

Wer an Bergbau denkt, hat heute meist das Bild einer modernen Zeche wie der Zeche Zollverein in Essen vor Augen: Riesige Fördertürme, die die Kumpel unter Tage bringen und die Kohle hinaufbefördern, tiefe Stollen und riesige Bohrer und Presslufthammer. Das ist durchaus richtig, aber nur für das 20. Jahrhundert. Die Anfänge des Ruhrbergbaus vor rund 200 Jahren waren kleiner und mühsamer.
Zu begutachten sind sie in der Zeche Nachtigall in Witten. Die Zeche gehört heute zum Westfälischen Landesmuseum für Industriekultur und zeigt eindrucksvoll den Alltag von Bergbauleuten im 19. Jahrhundert: in einem echten Stollen. Der heißt "Hercules" und ist von 1832. Er war einer der ersten Tiefbauschächte des Ruhrgebiets und markiert damit den historischen Übergang vom Kohleabbau in waagerechten Stollen an Gebirgshängen hin zu immer tiefer gehendem Abbau unter der Erde.
Wenn man sich in dem engen Stollen Richtung des Steinkohleflözes bewegt, ausgerüstet mit Helm und Grubenlampe, kann man sich ungefähr vorstellen, wie es den Kumpeln damals erging. Zum Glück fehlen Staub, Lärm und die schweißtreibende Arbeit! Und wer denkt, dass diese altmodische Form des Bergbaus im 19. Jahrhundert endete, wird eines Besseren belehrt: Nach dem Zweiten Weltkrieg, als alles knapp war, arbeiteten viele Männer in über tausend Klein- und Kleinstzechen, unter Bedingungen, die denen der Anfänge ähnelten.
| Adresse: | Zeche Nachtigall (Witten) Zeche Nachtigall (Witten) |
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| Internet: | www.zeche-nachtigall.de![]() |