Zur Navigation springen

Zur Startseite von deutschland-reise.de

Villa Hügel (Essen)

Villa Hügel Essen
Villa Hügel (Foto: Kulturstiftung Ruhr)
weitere Fotos

Krupp und Kultur

Die Kulturstiftung Ruhr, 1984 von Bertold Beitz mit dem Ziel gegründet, „"dem kulturellen Leben im Ruhrgebiet neue Impulse zu geben und ihm Maßstäbe und Ziele zu setzen", versteht sich als Initiatorin und Trägerin hochrangiger künstlerischer Aktivitäten vor allem im Ausstellungsbereich. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufarbeitung der Industriegeschichte des Reviers. Sitz der eng mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung verbundenen Kulturstiftung Ruhr ist das ehemalige Wohnhaus der Familie Krupp. Die 1873 fertiggestellte Villa Hügel im vornehmen Ortsteil Bredeney diente drei Generationen als Wohnung und Repräsentationsgebäude; seit 1953 finden in den pompösen Räumen des feudalen Anwesens hoch über dem Baldeney-See Kunstausstellungen statt.

Der Besuch der Villa lohnt freilich auch dann, wenn hier nicht gerade die Stillleben aus der Blütezeit der niederländischen Malerei locken. Der schlossartige Bau, der im Grundbuch allzu bescheiden als "Einfamilienhaus" eingetragen ist, verfügt auf über 8.000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche über 269 Zimmer und gilt als Symbol des wirtschaftlichen Erfolges der Familie Krupp. Bauherr war Alfred Krupp, der nach eigenen Entwürfen inmitten eines weitläufigen Landschaftsparks Haupthaus und Logierhaus nebst verbindenden Galerien errichte. "Um die Luft und den Blick rein zu halten und künftige Ausdehnung des Besitzes zu ermöglichen", erwarb er gleich jede Menge Umland mit. In dem Besitz gingen Unternehmer aus aller Welt, Politiker und Regierungschefs vieler Nationen ein und aus; sogar der Kaiser stattete dem an einen Renaissancepalast erinnernden Gebäudekomplex einen Besuch ab.

Ruhrgebiet

Fast ehrfürchtig betritt man die mächtige, eichenvertäfelte Eingangshalle, an die sich die Bibliothek mit Blick in den Garten anschließt. Die einzigartige Dachkonstruktion, das weithin sichtbare Belvedere, diente dazu, die fensterlose obere Halle mit Licht zu versorgen. Hier kann man einige der Privaträume besichtigen und dabei einen kleinen Einblick in das Leben eines vermögenden Stahlmagnaten gewinnen. Beim Einzug von Alfred und Bertha Krupp wurde die Villa noch als einfach und schlicht ausgestattet beschrieben; die nächste Generation aber, Friedrich Alfred und Margarethe Krupp, gestaltete das Innere deutlich prächtiger und komfortabler. Margarethe legte außerdem den Grundstock zu einer Kunstsammlung und einer herausragenden Kollektion flämischer Wandteppiche. Ihre einzige Tochter Bertha wurde nach dem frühen Tod des Vaters 1902 die Erbin des Weltunternehmens.

Bertha heiratete Gustav von Bohlen und Halbach und bekam sieben Kinder. Das Paar gab umfassende Umbauten in Auftrag und ergänzte die bestehenden Kunstsammlungen. Über 600 Mitarbeiter bewirtschafteten zu Beginn des Ersten Weltkrieges das Anwesen. In den dreißiger Jahren zog die Familie in das Kleine Haus, da die Betriebskosten ins Unermessliche wuchsen und kaum noch tragbar waren. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach sollte das letzte Familienmitglied sein, das am Stammsitz wohnte: Im April 1945 beschlagnahmten die Amerikaner den gesamten Komplex; erst 1952 wurde es der Familie zurückgegeben. Alfried und seine Mutter Bertha stellten das Haus der Allgemeinheit zur Verfügung und favorisierten dabei eine Nutzung im Sinne von Kunst und Kultur.

Seither finden hier hochkarätige Ausstellungen statt; außerdem dient die Villa zu Repräsentationszwecken des Unternehmens. In der oberen Halle, in der auch eine Orgel vorhanden ist, werden Konzerte des Folkwang Kammerorchesters veranstaltet; im "Kleinen Haus", das derzeit restauriert wird, informieren zwei Ausstellungen über die Geschichte des Unternehmens und der Familie.

Die Villa Hügel steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Auch bei der Planung des Parks hatte der Bauherr feste Vorstellungen: „einen Wald von Bäumen“ wünschte er sich, und deshalb wurden ausgewachsene Bäume herbeigeschafft. Bereits zehn Jahre nach dem Einzug war die Villa von einem dichten Wald umgeben. Anläßlich des 150. Firmenjubiläums erhielt der Hügelpark 1961 seine heutige Ausgestaltung nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsgartens, von dem aus sich ein herrlicher Blick auf den Baldeney-See bietet. Der Hügelpark ist seither ein anziehendes und beliebtes Ausflugsziel für die Essener.

Adresse: Villa Hügel (Essen) Villa Hügel 
45133   Essen
Telefon: + 49 (0) 201 616290
Internet: www.villahuegel.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Hügel Park tgl. 8-20 Uhr.
Eintrittspreise: 3 €, Kinder unter 14 Jahren frei.
Führungen: Bitte buchen Sie Ihre Führung bis spätestens 10 Tage vor dem gewünschten Termin.

Kulturverführer-Shop(Externer Link)

Kulturverführer

Jetzt bestellen: Die unverzichtbaren Begleiter für ganz Deutschland...

Das aktuelle Städtewetter für Deutschland(Externer Link)

Das aktuelle Städtewetter

Die Hauptstadt und weitere Städte auf berlin.de mehr »(Externer Link)

Videos: Kunst und Kultur in Deutschland

Videos: Kunst und Kultur in Deutschland

Orte der Kunst und Kultur in Bild und Ton mehr »