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Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie (Frankfurt a.M.)

Städelmuseum
Städel (Foto: Städel)
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Der Ruf dieses von dem Frankfurter Kaufmann, Kunsthändler und Mäzen Johann Friedrich Städel begründeten Kunstinstituts ist erstklassig, auch über deutsche Grenzen hinweg. 1815 schenkte Städel seine hochkarätige Sammlung an Gemälden und Büchern der Stadt und legte sein Vermögen noch obendrauf, so dass die entstandene Stiftung weiter zukaufen konnte. Alte Meister und Werke der klassischen Moderne korrespondieren miteinander. Zu den Berühmtheiten im eigenen Bestand gehören Gemälde von Jan van Eyck, Johann Heinrich Tischbein, Edouard Manet und Auguste Renoir. Zu den Stars gehört auch Max Beckmann, der einige Jahre am Städel gelehrt hat.

Wechselnde Sonderausstellungen bereichern die Grundausstellung um hochinteressante Facetten. Kunstereignisse wie die geschickt komponierte „Rembrandt Rembrandt“-Schau 2003 ziehen Hunderttausende nach Frankfurt. Die Städelschule hat schon manchen international renommierenden Künstler hervorgebracht. In den zwanziger und dreißiger Jahren war das Institut die einflussreichste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum. Heute führen rund 130 Studenten den geistigen und künstlerischen Dialog mit ihren Lehrern, Mitstudenten und sich selbst.

Frankfurt

Mit der Berufung von Daniel Birnbaum, Jahrgang 1963, als Nachfolger des legendären Kasper König, kam frischer Wind in die altehrwürdigen Gemäuer des klassizistischen Gebäudes. Der in Stockholm geborene Deutsche, der in Genf, Wien und Boston aufwuchs, profitiert von seinen verzweigten internationalen Kontakten. Die Verpflichtung des Architekten Ben van Berkel für Architektur und konzeptionelles Entwerfen beispielsweise war eine wegweisende Entscheidung. Im Städel setzt der Holländer ganz neue Akzente und koppelt damit Frankfurt an internationale Strömungen an. So bereitet sich das Traditionshaus optimal auf die Zukunft vor.

Ben van Berkel, der die Erasmusbrücke von Rotterdam schuf - eines der markantesten Bauwerke der Niederlande -, erhielt 2003 den 1822-Kunstpreis, die mit 15.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für bildende Kunst in Frankfurt, vergeben von einer Sparkasse. Die Dankesworte des Städelschulprofessors klangen wie eine Liebeserklärung an die Stadt Frankfurt: Hier könne er seine wichtigsten Interessen vertreten, die Stadt sei experimentierfreudig, Künstler, Kuratoren und seine Studenten interessiert daran, neue Entwicklungen in Gang zu setzen.

Zu Beginn des Jahres 2006 hat Schirn-Direktor Max Hollein auch die Leitung des Städel (und des Liebieghauses) übernommen. Dem Sohn des berühmten Wiener Architekten Hans Hollein fällt damit eine große Machtfülle zu. Der Kunsthistoriker und Betriebswirt beweist großes Geschick in der Sponsorenbindung. Mit den drei Häusern unter seiner Leitung, fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen, will er nun Synergieeffekte nutzen: gemeinsame Bibliothek und Leihgabenpolitik, Kommunikation und Werbung bis zum vereinten Arbeiten an Ausstellungsthemen. Die Schirn bringt populäre Kunst, das Städel soll stärker aus seiner eigenen Sammlung arbeiten. Die Alten Meister will Hollein kulinarisch präsentieren, damit sie auch für einen größeren Kreis interessant werden.

Zur Zeit erhält das Städel einen dreißig Millionen Euro teuren Erweiterungsbau des Frankfurter Architekturbüros Schneider/ Schumacher, der 2010 eröffnet werden soll. Das moderne Gebäude lässt das historische Ensemble unangetastet. Über eine zentrale Achse wird der Besucher dann in eine Museumshalle gelangen, die Kunst nach 1945 präsentiert. Sie hat die Form einer weit ausladenden Betonschale, dreißig mal dreißig Meter groß. Rund 3.000 Quadratmeter Fläche stehen zur Verfügung. Dort wird auch erstmals im Städel Fotokunst zu sehen sein. 2008 hat nämlich die DZ Bank dem Institut 210 Bilder aus der eigenen Sammlung zu seinem 125-Jahre-Jubiläum überlassen; eine gemeinsame GmbH wurde gegründet, Eigentümer der Fotosammlung sind Bank und Städel zu gleichen Teilen. So hat sich das Städel, ein Hort für traditionelle Kunstformen, unerwartet zur wichtigsten Adresse für Fotokunst in Frankfurt gemausert.

Adresse: Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie (Frankfurt a.M.) Dürerstr.  2
60596   Frankfurt a.M.
Telefon: +49 (0) 69 605 0980
Internet: www.staedelmuseum.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: Di/Fr-So 10-19, Mi/Do 10-21 Uhr.
Eintrittspreise: 8 €, erm. 6 €, Kinder unter 12 Jahren frei.

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