

Beinahe wäre Bayern einmal eine europäische Großmacht geworden. Das war Ende des 17. Jahrhunderts; der bayerische Kurfürst Max II. Emanuel hatte 1679 mit 17 Jahren den Thron bestiegen und war schon damals ziemlich ehrgeizig. Das Schloss Schleißheim, etwa zehn Kilometer nördlich des Münchner Zentrums am Stadtrand gelegen, ist architektonischer Ausdruck von Max Emanuels Großmachtträumen. 1701 bis 1704 wurde der erste Trakt nach Entwürfen von Enrico Zuccalli errichtet, vollendet werden konnte er aber erst nach der Rückkehr des Blauen Kurfürsten aus dem Exil ab 1719 von Joseph Effner, der die Innen- ausstattung besorgte. Nach dem Tode Max Emanuels wurde der Bau eingestellt, von der geplanten Vierflügelanlage blieb allein der Haupttrakt übrig, aber der ist eindrucksvoll genug.
Die ersten Baumeister, Stuckateure und Künstler ihrer Zeit waren daran beteiligt: Johann Baptist Zimmermann,
Cosmas Damian Asam, Jacopo Amigoni, Ignaz Günther. In den prächtigen, ganz auf Repräsentation ausgerichteten Galerien und Prunkräumen sind heute Meisterwerke der europäischen Barockmalerei aus den Beständen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ausgestellt. Auch der ausgedehnte Schlosspark, entworfen unter anderem von Dominique Girard, ist einen Besuch wert. Nicht zuletzt der kleinen Jagdresidenz wegen, die sich Max Emanuel hier im italienischen Stil hatte bauen lassen: das Schloss Lustheim. Heute beherbergt es eine bedeutende Sammlung von Meißener Porzellan.
| Adresse: |
Schloss Schleißheim (München)
Max-Emanuel-Platz 1
85764
Oberschleißheim
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 89 315 87 20 |
| Internet: | www.schloesser-schleissheim.de![]() |
| Öffnungszeiten: | April-Sept. Di-So 9-18 Uhr, Okt.-März Di-So 10-16. |
| Eintrittspreise: | 4 €, erm. 3 €, mit Schloß Lustheim 6 €, erm. 5 €. |