

Die Schirn war einst ein Straßenzug in der Altstadt, in der die Häuser dicht beieinander standen. Das Wort stammt vom althochdeutschen „scranna“ ab, wurde zum mittelhochdeutschen „Schranne“ und später zur „Scherne“ oder „Schirn“. Was heißt: offener Verkaufsstand. An der Schirn wurde vor allem mit Fleisch gehandelt, vom Hackklotz floss reichlich Blut. Noch Victor Hugo, der 1838 Frankfurt besuchte, hielt fest: „Ein roter Bach, dessen Farbe durch zwei spülende Brunnen kaum gedämpft wird, fließt und rauscht inmitten der Straße.“ In der neuen Schirn ist auch schon Blut geflossen, der dunkle Körpersaft gilt in der Kunst als probates Material. Und ein besonderes Angebot gibt es auch: Kunst. So schließt sich der Kreis.
Chef der langgestreckten Ausstellungshalle zwischen Römer und Dom, auch „Kegelbahn“ tituliert, ist ein Global Player. Max Hollein, Sohn des Wiener Architekten Hans Hollein, Jahrgang 1969, gleicht so gar nicht einem lichtscheuen Museumskuratoren. Der öffentlichkeitsfreudige Mann, der Kunstgeschichte, aber auch Betriebswirtschaft studiert hat, war vor Frankfurt im Guggenheim Museum New York, wo er es zum zweiten Mann hinter Direktor Thomas Krens brachte.
Das Konzept der Schirn-Leitung setzt auf Fortune. Man wendet sich nicht vornehm ab, wenn es darum geht, für ambitionierte Ausstellungsvorhaben Geld heranzuschaffen. Der Anspruch sowohl mit Ausstellungen der Klassischen Moderne als auch zur zeitgenössischen Kunst ist hoch, aber es zählt nicht die selbstverliebte eigene Idee, sondern der Publikumszuspruch. Mit den bisherigen Schauen in der Ägide Hollein hat der Direktor es geschafft, die Schirn Kunsthalle zu einem der spannendsten Kunstplätze Deutschlands zu machen. Durch seine gute Vernetzung mit New York gelingt es ihm, interessante Ausstellungen an den Main zu holen. Sein cleveres Marketing bei gleichzeitigem Festhalten an der intellektuellen Herausforderung ist das Patentrezept zum Erfolg in Frankfurt.
| Adresse: |
Schirn Kunsthalle (Frankfurt a.M.)
Römerberg 6
60311
Frankfurt a.M.
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| Telefon: | +49 (0) 69 299 8820 |
| Internet: | www.schirn-kunsthalle.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di/Fr-So 10-19, Mi/Do 10-22 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 8 €, erm. 6 €. |