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Römisch-Germanisches Museum (Köln)

Römisch-Germanisches Museum Köln
Römisch-Germanisches Museum (Foto: Axel Thünker DPGh)
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Sobald in Köln gebaut wird, tauchen oft unvermutet Zeugnisse vergangener Epochen auf. Immer wieder findet man dann handfeste Relikte des Alltags aus 2.000 Jahren Stadtgeschichte, die im Untergrund überdauert haben. Vieles davon kann man im Römisch-Germanischen Museum an der Südseite des Domes sehen. Es ist mit den Jahren zu einem Herzstück Kölner Identität geworden – weil es ein ganz besonderes Lokalmuseum ist. Alles, was hier gezeigt wird, stammt nicht von Ausgrabungen in fernen Ländern, sondern aus Köln. In der Sammlung finden sich Exponate von der Altsteinzeit bis in die Epoche Karls des Großen.

Kölns römische Vergangenheit steht im Zentrum des 1974 eröffneten Museums. Die Besucher befinden sich unmittelbar auf römischem Boden, denn das Haus wurde über dem während des Krieges beim Bau eines Luftschutzbunkers zufällig entdeckten Dionysos-Mosaikes einer römischen Stadtvilla aus dem 3. Jahrhundert errichtet. Das 70 qm große Kunstwerk besteht aus mehr als einer Million tönerner und gläserner Setzsteinchen und entstammt einer rheinischen Werkstatt. Es war das Prunkstück des herrschaftlichen Hauses. Noch älter ist jedoch der zweite sensationelle Fund, der 1970 bei Ausschachtungsarbeiten im Severinsviertel gemacht wurde. Das 15 Meter hohe Grab des Poblicius entstand 40 n. Chr. und ist das älteste römische Pfeilergrab nördlich der Alpen. Das in seiner Monumentalität schlicht gestaltete Grabmal kann man von drei Museumsetagen aus betrachten, wie überhaupt die Präsentation der Exponate in diesem Bau sehr gelungen ist.

Koeln

Die Sammlungen sind nicht chronologisch, sondern in Sachgruppen aufgeteilt. Anhand von Themen wie dem Totenkult, der Stadtentwicklung und dem Alltagsleben wird man in die Lebenswirklichkeit der römischen Epoche geführt. Die Funde werden auf Sockelinseln dargeboten, so dass man die Exponate von allen Seiten bewundern kann. Die antiken Gewohnheiten des Essens und Wohnens lassen sich so leicht rekonstruieren. Besonders für Kinder bietet diese Präsentation ausgezeichnete didaktische Möglichkeiten. Römisches Leben kann hautnah beobachtet werden, das demonstrieren auch die Fundstücke außerhalb des Museums, wie die Bepflasterung einer Straße oder die Reste einer Wasserleitung aus römischer Zeit. Besonders stolz ist das Museum auf seine Glassammlung, die größte ihrer Art in Europa. Hier handelt es sich um Wunderwerke der Handwerkskunst des Altertums, in deren dünnwandige Gläser oft Farbfäden eingezogen wurden. Kostbarster Schatz ist das Diatretglas, in das die beziehungsreiche griechische Inschrift eingelassen ist: „Trinke, lebe schön, immerdar“.

Eine Außenstelle des Römisch-Germanischen Museums ist das Praetorium. Die Residenz der römischen Statthalter war das größte und bedeutendste Bauwerk am Rhein. Ein Gang durch die unterirdisch bewahrten Fundamente hinterlässt einen Eindruck von Macht und Größe kaiserlicher Architektur. In der Ausstellungshalle sind Denkmäler römischer Architektur und Schriftkultur aus Köln zu sehen.

Adresse: Römisch-Germanisches Museum (Köln) Roncalliplatz  4
50667   Köln
Telefon: +49 (0) 221 2212 4438
Internet: www.museenkoeln.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr.
Eintrittspreise: 5 €, erm. 3 €.

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