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Residenzmuseum (München)

Residenz München
Residenzmuseum (Foto: www.pixelio.de)
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Wenn man den Begriff „historisch gewachsenes Ensemble“ an einem Münchner Beispiel erläutern soll, dann wählt man am besten die Residenz. Seit dem Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhundert wurde hier immer wieder erweitert, abgerissen, dazugebaut, erneuert und umgestaltet. In der Residenz befinden sich Kunstschätze und architektonische Besonderheiten aus den unterschiedlichsten Stilepochen. Das Antiquarium der Residenz zum Beispiel, ein prachtvoll ausgestatteter Gewölbebau, der zwischen 1569 und 1600 entstand und der größte profane Renaissancebau nördlich der Alpen ist. Oder das Cuvilliéstheater aus dem Rokoko, das vollständig erhalten ist, weil die Innendekorationen während des Krieges ausgelagert waren, und das nach mehrjähriger Renovierung im Sommer 2008 wieder eröffnet und wieder bespielt wird. Wahre Höhepunkte der Raumgestaltung des Rokoko stellen die Ahnengalerie und die so genannten „Reichen Zimmer“ dar, die der Architekt François Cuvilliés ausgestattet hat. Oder der Königsbau am Max-Joseph-Platz, errichtet von Klenze im Stil eines florentinischen Palazzos, das Nationaltheater, der Herkulessaal und die Allerheiligen-Hofkirche, die nach den Zerstörungen des Krieges sparsam wiederhergestellt wurde und heute als Konzertsaal und Ausstellungsraum dient.

Muenchen

Im Königsbau am Max-Joseph-Platz findet man auch eine der bedeutendsten fürstlichen Schatzkammern Europas. Herzog Albrecht V. war ein fanatischer Sammler von Kunst- und Wertgegenständen aller Art, und erfreulicherweise nicht nur für den Eigenbedarf. 1565 begründete er die Schatzkammer der Wittelsbacher. Meisterwerke aus Gold, Elfenbein, Edelstein und Bronze aus vielen Jahrhunderten kann man hier besichtigen, darunter die berühmte Reiterstatuette des Heiligen Georg, die einen eigenen Raum bekommen hat. Albrecht V. trug bereits antiken Schmuck bei oder Kleinodien des frühen Mittelalters, wie die Krone der Kaiserin Kunigunde (um 1010). Die Kroninsignien der bayerischen Könige gehören ebenfalls zur Schatzkammer, Bernstein- und Goldschmiedearbeiten und exotisches Kunsthandwerk.

Ein weiteres Highlight ist die Staatliche Münzsammlung in der Residenz, eine der größten numismatischen Sammlungen der Welt. Etwa 300.000 Einzelobjekte gehören zu dieser Spezialsammlung von Münzen, Medaillen, Banknoten, Wertpapieren und kunstvoll geschnittenen Steinen (die in den Hochkulturen Mesopotamiens und auch in der griechisch-römischen Antike als Zahlungsmittel galten), die eine der ältesten in Europa ist. Kunstgeschichtlich Interessierte besuchen die Sammlung aber noch aus einem anderen Grund. Denn die japanischen Lackkabinette aus der Edo-Zeit, in denen die Münzen lange Zeit aufbewahrt wurden, bilden für sich schon wieder eine einzigartige Sammlung: So viele von ihnen wie hier in der Residenz gibt es sonst nirgendwo in Europa.

Adresse: Residenzmuseum (München) Residenzstr.  1
80333   München
Telefon: +49 (0) 89 29 06 71
Internet: www.residenz-muenchen.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: April-15. Okt. tgl. 9-18 Uhr, 16. Okt.- März tgl. 10-16 Uhr.
Eintrittspreise: Schattkammer 6 €, erm. 5 €.

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