

Das einstige technische Verwaltungsgebäude der ehemaligen Hoechst AG ist eines der phantasievollsten Industriedenkmale Deutschlands, entstanden in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der Architekt Peter Behrens brachte in seinen expressionistischen Bau unterschiedliche Baustile ein, die dennoch ein bis ins abgelegene Detail stimmiges Gesamtkunstwerk ergaben.
Streng geometrische Formen zeigen sich neben der klassizistischen Prachtentfaltung des gegenüberliegenden ehemaligen „Hauptcomtoirs“, der den gesamten Bau überragende Turm schließt an die Tradition der Herrschaftsbauten an. Anklänge von Jugendstil und Art Deco finden sich im Kunsthandwerklichen, in Türgriffen und Handläufen. Aber auch die schlichte Funktionalität des Bauhaus-Stils ist auszumachen.
In fünf Bauabschnitten wurde der imposante Behrensbau, dem Witterungseinflüsse zugesetzt hatten, saniert. Seit 2002 repräsentiert er wieder Architektur als die Mutter aller Künste. Manche Besucher, die vom Tor Ost des aus dem ehemaligen Stammwerk der Hoechst AG hervorgegangenen heutigen Industrieparks Höchst auf das weltberühmte Verwaltungsgebäude mit der roten Backsteinfassade zugehen, werden von hohen Gefühlen erfüllt. Betreten sie dann den gewaltigen Kuppelsaal, ist es so, als hätten sie gerade Einlass in eine Kathedrale erhalten. „Umbautes Licht“, schwärmen die Architekturkritiker. Das Zusammenspiel von Farbe, geometrischen Mustern, Mosaiken und stalaktitenförmigen Backsteinpfeilern mit hereinflutendem Licht ist von hinreißendem Reiz. Die Baukunst hat sich hier eine Kathedrale erschaffen, die der Industrie gewidmet wurde, als sie einen Höhepunkt erreicht hatte und für Fortschritt und Wohlstand stand.
| Adresse: |
Peter-Behrens-Bau (Frankfurt a.M.)
Industriepark Höchst
65926
Frankfurt a.M.
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