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Pergamonmuseum (Berlin)

Pergamonmuseum
Pergamonmuseum Berlin (Foto: Staatliche Museen zu Berlin / F. Friedrich)

Dieses Haus ist Besuchermagnet Nummer Eins der Berliner Museen. Knapp eine Million Menschen besichtigen seine Sammlung jährlich. Hauptschuldig daran ist das raumfüllende Exponat, das dem Museum den Namen gegeben hat. Sein Anblick überwältigend: der Pergamon-Altar, ein Teil der Tempelruinen aus Pergamon in Kleinasien. Eine riesige Treppe füllt eine Seite des hallenartigen Raumes, die anderen Wände werden weitgehend von Wandreliefs beherrscht, und dazwischen lockt eine Fülle von Einzelobjekten oder Modellen.

Dem sinnlichen Staunen des Betrachtens kann der Besucher durch handfeste Informationen, die zum Exponat angeboten werden, intellektuelles Sinnieren hinzusetzen. Man taucht in eine längst vergangene Zeit ein. Das provoziert durchaus eine ausgiebige Verweildauer. Auch der Schriftsteller Peter Weiss muss sich lange am Altar von Pergamon aufgehalten haben. Sehr lange. In seinem Roman „Ästhetik des Widerstands“ füllen seine Gedankenassoziationen angesichts des Monumentes, das seit seiner Wiederauffindung im 19. Jahrhundert zu den bekanntesten auf der Berliner Museumsinsel zählt, ein volles Kapitel.

Aber natürlich ist der prächtige Altar des Zeus und der Athena, dessen Skulpturenfries zu den Glanzstücken hellenistischer Baukunst gehört, nicht das einzige bedeutende Kunstwerk in dem Museum. Inzwischen beherbergt es sogar gleich fünf Museen: das Vorderasiatische Museum, die Ostasiatische Sammlung, das Islamische Museum, das Museum für Volkskunde und schließlich die Antikensammlung.

Berlin

Doch der Pergamonaltar ist nun mal die Hauptattraktion und eigentlich auch der Anlass, dass das Arsenal überhaupt errichtet wurde. Als man 1897 die Grabungen in Pergamon abschloss und die bedeutenden Funde nach Berlin transportierte, trat den verantwortlichen Herren ein Problem unübersehbar vor Augen. Wohin damit? Der Generaldirektor der Berliner Museen, Wilhelm von Bode, beauftragte den Architekten Alfred Messel mit dem Bau eines Ausstellungshauses. Es sollte das 1830 von Karl Friedrich Schinkel mit dem klassizistischen Prachtbau des Alten Museums begonnene Museumsinsel-Ensemble städtebaulich vollenden. Mehr als zwanzig Jahre dauerte der Bau. Auch ein zweites, weltberühmtes Ausstellungsstück erhält darin 1930 sein Domizil: das Ischtar-Tor von Babylon, im Originalmaßstab rekonstruiert. Das spätbabylonische Portal kennzeichnet den Beginn einer Prachtstraße der antiken Weltmetropole. Sie war ursprünglich zwischen 20 und 24 Meter breit und etwa 250 Meter lang. Auf den Wandflächen befinden sich Darstellungen von Löwen, Stieren und Drachen als Symbole der Hauptgottheiten Babylons.

Mit der auf einer Länge von 33 Metern und einer Höhe von 5 Metern mit zwei Tortürmen aufgebauten Prachtfassade der jordanischen Wüstenresidenz von Mschatta wird ein anschauliches Bild früh-islamischer Baukunst gegeben. Erst 1840 entdeckt, gelangt der größere Teil der mit Reliefs bedeckten Fassade aus dem 8. Jahrhundert 1903 in das damals im Bau befindliche Kaiser-Friedrich-Museum (das heutige Bode-Museum). Die Überführung gibt ein Jahr später den Anstoß zur Einrichtung einer Islamischen Abteilung an den Museen. Die ganzen Monumente stehen in ebenso gewaltigen Architektursälen.

Wie in keinem anderen Museum der Welt sind hier in ihrer Größe überwältigende Rekonstruktionen unter Einbeziehung originaler Fundstücke zu bestaunen. Raumwirkung und Proportionsverhältnisse antiker Baukunst werden sinnlich erlebbar. Jetzt laufen wir durch das Markttor von Milet: Die zweistöckige Fassade des römischen Nordtores zum Staatsmarkt der kleinasiatischen Stadt Milet wurde vermutlich in den zwanziger Jahren des zweiten Jahrhunderts nach Christus errichtet. 1903 finden deutsche Archäologen die Trümmer der Fassade bei Grabungen in der Türkei. Der Fund wird mit den türkischen Behörden gerecht geteilt. Etwa achtzig Prozent der erhaltenen Bauglieder der Säulenarchitektur werden nach Berlin überführt und später im neuen Pergamonmuseum wieder originalgetreu aufgebaut. Doch nicht nur solche Mammut-Stücke sind zu sehen. In ständigen Ausstellungen werden zahlreiche andere Funde aus Mesopotamien, Griechenland oder Rom gezeigt – von Götterstatuen über Handwerkszeug bis zu Münzen nahezu die ganze Palette antiker Geschichte.

Adresse: Pergamonmuseum (Berlin) Am Kupfergraben  5
10178   Berlin
Telefon: +49 (0) 30 2090 5577
Internet: www.smb.spk-berlin.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: Mo-So 10.00 - 18.00 Uhr, Do 10-22 Uhr.
Eintrittspreise: 8 €, erm. 4 €.
Führungen: Führungen bitte erfragen unter Tel. 030 2 66 36 66 oder fuehrungen@smb.spk-berlin.de
Nahverkehr:
Tram:

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