

Es ist das größte und traditionsreichste naturhistorische Museum in Deutschland, und sein größter Stolz ist 13,2 Meter hoch, 23 Meter lang und ziemlich vom Fleisch gefallen. Kein Wunder, denn er ist 150 Millionen Jahre alt. Als der Brachiosaurus brancai in der Jurazeit sein Dasein fristete, ahnte er vermutlich kaum, dass er mal dem Berliner Museum für Naturkunde, einer Einrichtung der Humboldt-Universität, zu einem Superlativ verhelfen würde: Sein Knochengerüst ist das größte in einem Museum aufgestellte Saurierskelett der Welt.
Seit Juli 2007 steht der Saurier wieder in aller klapprigen Schönheit da, nachdem die denkmalgeschützte Säle für 18 Millionen Euro aufwändig rekonstruiert worden sind. Und der Dino-Star der Sammlung hat Konkurrenz bekommen: „Big Al“. Zähne fletschend ragt der Allosaurier durch die Wand ins Foyer. Beängstigend realistisch rekonstruiert ist der Schädel, von hinten zeigt sich der Urzeiträuber allerdings skelettiert.
Museum kann Spaß machen, was das übergreifende Motto der neuen Säle illustriert: „Evolution in Aktion“. Der Brachiosaurus ist beileibe nicht das älteste Exponat. Diesen Rekord hält ein 4,6 Milliarden Jahre alter Meteorit aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems. Auch die sich in bemerkenswerter Farben- und Formenvielfalt zeigenden gut 3.400 Stücke von 1.077 Mineralarten der Sammlung können auf ein beträchtliches Alter zurückblicken. Darunter befinden sich übrigens auch historisch bedeutende Stücke aus der Sammlung Alexander von Humboldts. Besonders wertvoll ist das Stück Pechblende, an dem erstmals 1789 das Element Uran nachgewiesen wurde. Auch Stücke aus der alten Meteoritensammlung von E.F.F. Chladni (1756-1827), dem Begründer der Meteoritenkunde, gehören zu den Museumsschätzen.
Das berühmte Fossil des Urvogels Archaeopteryx lithographica ist ebenfalls ein Stolz der Sammlung. Mit diesem Fossil konnte die Tatsache der organischen Evolution belegt werden. Eindrucksvoll beweist es die Abstammung der Vögel von den Reptilien. Bisher wurden nur sieben fossile Reste dieser Spezies gefunden. Das „Berliner Exemplar“ im Naturkundemuseum zeichnet sich durch den sehr guten Abdruck des Gefieders im Plattenkalk aus.
In der Saurierhalle sind mit mehr als dreißig Saurierskeletten alle bedeutenden Sauriergruppen vertreten: Dinosaurier, Meeresreptilien, Pterosaurier und säugetierähnliche Reptilien. Auf rund 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gibt das Museum für Naturkunde mit über 7.600 Exponaten einen repräsentativen Überblick zur Evolution des Lebens auf der Erde, zur europäischen Tierwelt, zu Meteoriten und Mineralien. Auch die über 1.800 Fossilien im Ausstellungssaal der Paläontologie geben einen aussagekräftigen Abriss über die Entwicklung des Lebens auf der Erde.
| Adresse: |
Museum für Naturkunde (Berlin)
Invalidenstrasse 43
10115
Berlin
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| Telefon: | +49 (0) 30 2093 8591 |
| Internet: | www.naturkundemuseum-berlin.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-Fr 9.30-17 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 6 €, erm. 3,50 €. |
| Nahverkehr: | U-Bahn:
Bus:
U Naturkundemuseum: 245, N40, N6
Invalidenpark: 120, 123, 142, 147, 245, N20, N40 Robert-Koch-Platz: 123, 142 Tram:
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