

„Wir haben Respekt vor allen Kulturen. Wir verschaffen allen Kulturen Respekt.“ Diesen Grundsatz hat sich das Museum für Völkerkunde zum Leitbild gemacht, und es formuliert damit zugleich seinen gesellschaftspolitischen Anspruch. Das Haus an der Rothenbaumchaussee versteht sich als lebendige Begegnungsstätte, die zum Verständnis untereinander beiträgt. Regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen wie das portugiesische Kulturfestival „Arraial portugues“ im Juni, das japanische Mädchenfest „Hina Matsuri“ im März oder der „Markt der Völker“ in der Vorweihnachtszeit gehören deshalb fest in das Programm. Aber auch Problemthemen fühlt sich das Museum verpflichtet. So dem Thema Islam und Terror, der Geschichte der Kurden oder Afghanistan. Auf insgesamt 4.500 Quadratmetern zeigt das Haus Objekte aus Afrika, Ozeanien, Indonesien, Australien, Polynesien, Süd- und Ostasien, dem Vorderen und Mittleren Orient und aus Amerika. Darunter eine Goldkammer, eine Bootshalle, ein Südsee-Maskensaal, Musikinstrumente und das Maori-Haus. Insgesamt besitzt das Museum 350.000 Kostbarkeiten und Gegenstände des täglichen Gebrauchs und fast ebenso viele fotografische Dokumente. Die meisten Objekte stammen aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Nur drei Prozent davon kann es allerdings präsentieren. Das Ziel ist deshalb, die Dauerausstellungen gelegentlich umzubauen, um möglichst viele der Schätze dem Publikum zu zeigen.
Exemplarisch für das ganzheitliche Konzept des Hauses stellt sich die Europaabteilung dar. Im ersten Stock versammeln sich hier thematisch – nicht regional – geordnet Gebrauchsgegenstände, Kunsthandwerk, Schriften, sakrale Objekte und Fotografien. Gegliedert in Kategorien wie Religion, Wissenschaft, Umwelt, Arbeit und Wohnen führt die Schau alle Lebensbereiche der Menschen vergleichend vor Augen. Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten lassen sich so unmittelbar ablesen. Dabei hatten die Kuratoren alle Völker im Blick. Spanier, Engländer und Franzosen sind ebenso vertreten wie Albaner, Ischoren, Wepsen oder Sorben.
Eine Besonderheit des Museums ist das Hexenarchiv. Neben Dokumenten zur Hexenverfolgung bewahrt es allerlei merkwürdige Dinge, die den Hexenglauben begleiteten. Amulette gegen den bösen Blick, Teufelsdreck, Widderhörner, Zauberbücher, Öle und Kräuter. Das meiste stammt aus der Sammlung von Johann Kruse (1889-1983), einem eifrigen Bekämpfer des Volksglaubens, der seinerzeit noch so manche Frau vor Gericht führte. Heute fühlen sich manche Frauen als „Neue Hexen“ wieder ganz wohl. Und so dient das Hexenarchiv nicht mehr rein aufklärerischen Zwecken, sondern als Informationspool für alle, die das Thema beschäftigt.
| Adresse: |
Museum für Völkerkunde (Hamburg)
Rothenbaumchaussee 64
20148
Hamburg
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 1805 30 88 88 |
| Internet: | www.voelkerkundemuseum.com![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr. |
| Führungen: | 5 €, erm. 3 €, Kinder unter 18 J. frei. |