

Obwohl es an zwei der wichtigsten Verkehrsadern Kölns liegt, bietet sich das Museum für Ostasiatische Kunst seinen Besuchern als Oase der Ruhe dar. Der japanische Architekt Kunio Maekawa, ein Schüler Le Corbusiers, hat geniale Arbeit geleistet, als er der Stadt 1977 eines ihrer wichtigsten Baudenkmäler der klassischen Moderne an den Aachener Weiher setzte. Seine schnörkellosen, klar gegliederten Kuben, die anmutig zu einem Gesamtbild geformt sind, stellen einen höchst ungewöhnlichen Museumsbau dar. Immer wieder ergeben sich überraschende Blicke auf Schilf und Wasserfläche des Weihers, die den Besucher mühelos in jene kontemplative Stimmung versetzen, in der sich die einzigartige Sammlung Ostasiatischer Kunst bewundern lässt.
Obwohl sich Maekawas Bau mit seiner braunroten Kachelfassade modern gibt, ist die Museumssammlung in seinem Inneren die älteste ihrer Art in Europa. Adolf Fischer, Sohn einer Industriellenfamilie aus Wien, lebte als Theaterdirektor und Ethnologe in Berlin. 1904 reiste er als Mitglied der kaiserlichen Gesandtschaft nach Peking. Da Fischer über einen weit gespannten intellektuellen Horizont verfügte, der den Eurozentrismus seiner Zeitgenossen hinter sich ließ, war ihm klar, dass die Kunst Chinas, Koreas und Japans einen eigenen Wert darstellte. Damals gliederte man die Kunst Ostasiens in Museen für Völkerkunde und Kunstgewerbe ein. Fischer forderte ein eigenes Museum, das sich in Berlin jedoch nicht realisieren ließ. Im damaligen Kölner Oberbürgermeister Wallraf fand er einen Gleichgesinnten, so dass am 25. Oktober 1913 am Hansaring Einweihung gefeiert wurde. Das Museum fiel während der Bombennächte des Zweiten Weltkriegs der Zerstörung anheim. Die Bestände konnten jedoch gerettet werden.
Zu ihnen zählt die in der Welt einzigartige Sammlung von Sakralbronzen aus dem 16. bis 11. Jahrhundert vor Christus. Sie gibt eine Vorstellung vom Niveau der ersten Hochkulturen Chinas. Höhepunkte der Sammlung finden sich zudem im Bereich der Keramik und Malerei Japans vom 9. bis in das 18. Jahrhundert hinein. Fischer und seine Frau legten während ihrer Reisen den Grundstock für die Kollektion buddhistischer Malerei, der Holzskulpturen und der japanischen Stellschirmmalerei. Die Farbholzschnitte und die japanischen Lackkunstwerke gehören zu den bedeutendsten in Europa. Berühmt sind aber auch die chinesischen Keramiken und die koreanischen Seladone der Koryo-Dynastie. Ostasiatische Kunst kann hier in ihrer Meisterschaft, wie sie die Malerei der chinesischen Ming- und Qing-Dynastien (1368 bis 1911) oder die Farbholzschnitte Japans darstellen, nicht nur betrachtet, sondern auch erlebt werden.
Während man durch die mit Sisal ausgelegten Räume schlendert, fällt der Blick durch die Fensterfronten auf die Bepflanzung des Außenbereichs oder den Garten des japanischen Bildhauers Masayuki Nagare. Nagare hat einen verglasten Landschaftsgarten angelegt, der uns lehrt, Landschaft wie ein dramatisches Kunstwerk zu betrachten. Löst man sich aus dem Bann von Nagares Garten, kann man von der Terrasse des Museums auf die Holzbrücke des Weihers schauen und ein bisschen die Seele baumeln lassen. Die Grünflächen sind mit dem Inneren und Äußeren Grüngürtel durch einen baumbestandenen Kanal verbunden, der zu langen Spaziergängen einlädt.
| Adresse: |
Museum für Ostasiatische Kunst (Köln)
Universitätsstraße 100
50674
Köln
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 221 221 286 08 |
| Internet: | www.museenkoeln.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 11-17 Uhr, Do 11-20 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 4,20 €, erm. 2,60 €. |