

Kulturelle Basisarbeit leistet man im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl. Der Name „Glaskasten“ bezieht sich einerseits auf die Örtlichkeit, einen mit Glas umbauten Raum unter dem Sitzungstrakt des architektonisch auffallenden Marler Rathauses, beschreibt andererseits aber auch das Konzept, das Transparenz verfolgt und die Kunstwerke nicht hinter Mauern versteckt, sondern zum Teil in das urbane Leben integriert.
Skulpturen der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst, dreidimensionale Objekte und Installationen bilden den hauptsächlichen Bestand, den die nach dem Krieg rasch aufblühende Chemiestadt nach und nach erworben hat. Dazu gehören auch Großskulpturen für den Außenbereich, die auf einem Rundweg zu besichtigen sind, der um das Rathaus und den künstlich angelegten City-See führt. Prominente Namen wie Auguste Rodin, Max Ernst und Alberto Giacometti sind ebenso vertreten wie junge Künstler. Je näher man dabei dem Glaskasten kommt, desto dichter wird der Ring der Skulpturen.
1982 fand die offizielle Gründung statt; seit 1990 ist die städtische Paracelsus-Klinik offiziell Außenstelle des Museums. Ein Blickfang vor dem Eingang des Museums ist die „Naturmaschine“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff; wie ein rostiger Stachel in der Natur nimmt sich dagegen Ansgar Nierhoffs „Skulptur“ aus. Die Rasenfläche vor dem leeren Hallenbad hat Friedrich Gräsel mit seinen voluminösen Raumplastiken besetzt. Stefan Wewerka, der in der Tradition der Dadaisten steht, hat einen „Schilderwald“ erdacht. Am Ufer des City-Sees entfalten sich die Knospen des „Ruhenden Blattes“ von Hans Arp; mitten im Wasser treiben die kleinen Kunststoffschwimmkörper von Dorothee Golz. Auf einer Anhöhe reckt sich die schlanke Gestalt des „Großen Orpheus“ von Ossip Zadkine; James Reineking konfrontiert die Spaziergänger mit einer Bodenskulptur aus drei Teilen, die dem Abwurfring eines Kugelstoßers gleicht.
Der Innenraum wird von einer Autoskulptur von Wolf Vostell beherrscht: Unter einem schwarzen Straßenkreuzer liegt ein ausgestopftes Kalb; in der Fahrertür klemmt ein Fernseher, in dem ein Film über Fleischhauer bei der Arbeit läuft. Jannis Kounellis hat aus diversen Fundstücken – Holzresten, Stacheldraht, Petroleumlampe und anderem – eine monströse „Plastik“ erarbeitet. Von Man Ray stammt das Bügeleisen mit Stacheln auf der Bügelfläche. Viele weitere aufsehenerregende Exponate laden dazu ein, sich ausführlich mit den vielfältigen Erscheinungsformen von Skulpturen zu beschäftigen, die hier einen großen Auftritt haben.
In Marl widmet man sich überdies bereits seit Anfang der achtziger Jahre schwerpunktmäßig den Neuen Medien, seit einer Zeit also, als die Videokunst noch nicht integraler Bestandteil der zeitgenössischen Kunst war. 1984 wurde im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl zum ersten Mal der Marler VideoKunst-Preis verliehen. In enger Zusammenarbeit mit dem in Marl ansässigen Adolf-Grimme-Institut, dem ZDFMagazin „Aspekte“ und dem Goethe-Institut hat das Museum seine Bemühungen um die Videokunst ausgebaut. 1998 wurde zusätzlich ein Preis für Video-Installationen ausgeschrieben, außerdem gibt es den Medien-Raum-Preis und den Deutschen Klangkunst-Preis. Die Preisträger des Marler Video-Kunst-Preises erhalten eine Einzelausstellung. Das Skulpturenmuseum Glaskasten leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieser speziellen Disziplin der Kunst.
| Adresse: |
Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
Creiler Platz
45768
Marl
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 2365 992257 |
| Internet: | www.marl.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen. |
| Führungen: | Kostenlose Führungen durch die ständige Sammlung: donnerstags, 16.30 Uhr; durch die ständige Ausstellung in der Außenstelle Paracelsus-Klinik, Lipper Weg: jeden 1. Donnerstag im Monat, 16.30 Uhr, ab Kapelle der Klinik; während der Wechselausstellungen: sonntags, 16.30 Uhr. |