

Hinter den Mauern der ehemaligen Villa Marckhoff-Rosenstein, einem gründerzeitlichen Prachtbau aus Bochums Blütezeit als Bergbaumetropole, befindet sich eine ansehnliche Sammlung zeitgenössischer Kunst. 1960 bezog das Museum Bochum das der alten Pariser Oper nachgebildete Domizil in bevorzugter Innenstadtlage am Rande des Stadtparks, das freilich inzwischen einen etwas maroden Eindruck macht. Kunst nach 1945 sollte hier eine Heimat finden; bei der programmatischen Festlegung konzentrierte man sich anfangs auf die Kunst aus Ost- und Mitteleuropa und gewann auf diese Weise ein eigenständiges Profil.
Inzwischen hat es das Museum zu einem internationalen Bestand mit eigenständiger Prägung gebracht. 4.000 Bilder und Skulpturen umfasst der Besitz mittlerweile. 1983 erfuhr das Museum auch eine räumliche Erweiterung durch den Bau der Architekten Jorgen Bo und Vilhelm Wohlert. Den beiden Dänen gelang eine harmonische Anbindung an die Villa Marckhoff, die jetzt nur noch zu Verwaltungszwecken dient und schon seit einigen Jahren von einem Bauzaun umgeben ist. Hervorstechendes Merkmal des neuen Baus, eines metallverkleideten Riegels, ist die Rampe, die sich anstelle einer Treppe durch das Haus zieht und die einen Einblick in die verschiedenen Ausstellungsbereiche ermöglicht.
Nach wie vor gilt das Interesse der Jungen Kunst aus den ehemaligen Ostblockstaaten; zugleich aber auch jenen Ländern, die in der internationalen Kunstszene eher unterrepräsentiert sind: Mexiko, Chile, Israel und Korea gehören dazu; ebenso China mit seiner boomenden Kunstszene, die in Europa eine immer stärkere Beachtung findet. Das Haus hat von seiner weitsichtigen Sammlungspolitik profitiert. Mit eigenen Mitteln und privaten Zuschüssen, wie sie etwa der Sammler Helmut Klinker geleistet hat, konnte man wichtige Werke der regionalen und der internationalen Kunst der sechziger, siebziger und achtziger Jahre erwerben, die hier nahezu lückenlos dokumentiert werden. Der Neubau beherbergt Werke des Konstruktivismus, Suprematismus, des Bauhauses und der konkreten Kunst und bietet den wechselnden Ausstellungen Raum. Auch draußen sieht man sich der Kunst gegenüber: Der Bochumer Stadtpark ist mit zahlreichen Skulpturen ausgestattet. Der Villa Marckhoff steht eine Fassadensanierung und eine komplette Umnutzung bevor, wenn die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Geplant ist ein Museumsshop im Untergeschoss; in der ersten Etage soll die städtische Kunstsammlung ständig präsentiert werden, und im Dachgeschoss will man Raum für ein Grafikkabinett schaffen.
| Adresse: |
Museum Bochum
Kortumstraße 147
44777
Bochum
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| Telefon: | +49 (0) 234 5160030 |
| Internet: | www.bochum.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 3 €, erm. 1,50 €, Kinder und Jugendliche bis zu 14 Jahren frei, jeder erste Mittwoch im Monat freier Eintritt. |