

Knapp 30 Jahre nach seinem Tod ist Max Ernst in seine Heimatstadt Brühl zurückgekehrt – in ein Museum, das bei der Eröffnung im Jahr 2005 als „Meilenstein“ in der internationalen Museumslandschaft gefeiert wurde. Strahlendweiß erhebt sich das klassizistische Gebäude in einem Ausläufer des Brühler Schlossparks. Der dreiflügelige Bau, dessen Architektur sich an das benachbarte Schloss Augustusburg anlehnt, entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und diente einst als Ausflugslokal. Der Kölner Architekt Thomas van den Valentyn, der mit dem Umbau beauftragt wurde, ließ den Altbau unangetastet, schob in die Mitte einen Eingangskorridor aus Glas und Stahl und schuf unterirdisch einen Wechselausstellungsraum und einen Veranstaltungssaal. Jetzt präsentiert sich das Haus als lichtdurchfluteter Kunsttempel, in dem die unterschiedlichen Werkgruppen des Surrealisten, der seiner Heimatstadt schon früh den Rücken gekehrt hatte, zu schöner Wirkung gelangen.
Herzstück ist der historische Tanzsaal, in dem Schlüsselwerke wie die Großskulptur „Capricorn“ und weitere exemplarische Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden versammelt sind. Intime Kabinette erschließen im Obergeschoss facettenreich das Werk von Max Ernst, das der Besucher in einem pulsierenden Rhythmus aus Skulpturen, Grafik und Gemälden erleben kann. Ausschlaggebend für die Idee einer Museumsgründung war der Ankauf einer umfangreichen Grafiksammlung durch die Kreissparkasse Köln. Wenig später konnte das Museum 60 Skulpturen von der Kreissparkasse Köln als Dauerleihgabe in Empfang nehmen, darunter auch die Gussrechte für das „Lehrerkollegium einer Schule für Totschläger“, das nun das Begrüßungskomitee auf dem Eingangsplateau bildet.
Max Ernsts „privates Haustheater“ ist der Grundstock des berühmten Museums, das eine weitere spektakuläre Bereicherung durch die sogenannten „D-Paintings“ erfuhr, die der Künstler seiner Frau als Geschenk verehrte. Diese Liebesgaben gehören zu den besonderen Schätzen, denn das Kompendium bietet einen imposanten Querschnitt durch die unterschiedlichen Techniken des berühmtesten Sohnes der Schlossstadt. Die Stadt Brühl, als weiterer Stiftungspartner neben dem Landschaftsverband Rheinland, hat eine umfangreiche fotografische Sammlung und eine Reihe von Frühwerken beigesteuert. Ergänzt wird der Bestand außerdem durch halbjährlich wechselnde Leihgaben, die das Museum lebendig halten. Viele stammen aus privaten Sammlungen und waren teilweise noch nie öffentlich zu sehen.
| Adresse: |
Max-Ernst-Museum Brühl
Comesstrasse 42
50321
Brühl
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| Telefon: | +49 (0) 1805 743465 |
| Internet: | www.maxernstmuseum.lvr.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 11-18, am 1. Do im Monat 11-21 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 5 €, erm. 3 €. |