

Das Museum für Angewandte Kunst ist das zweitälteste Museum Kölns und so etwas wie die Mutter einer Reihe anderer Sammlungen. So speiste der Fundus des 1888 als Kunstgewerbemuseum gegründeten Hauses auch Teile des Schnütgen-Museums, des Ostasiatischen Museums und des Stadtmuseums. Über 110.000 Objekte umfasst die Sammlung, deren Schwerpunkte Textilkunst, Gobelins und ein Grundstock von 75.000 Grafiken ausmachen. Nach dem Krieg benötigte Köln fünfzig Jahre, bis wieder eine Heimat für die Sammlung gefunden war. Erst nachdem das Wallraf-Richartz-Museum und das Museum Ludwig den von Rudolf Schwarz und Josef Bernard entworfenen Bau, der in seiner architektonischen Klarheit wundervoll mit der angrenzenden Minoritenkirche aus dem 13. Jahrhundert korrespondiert, in Richtung Dom verlassen hatten, war der Weg frei für eine neue Präsentation der Sammlung.
Der Kölner Mäzen Ferdinand Franz Wallraf selbst hatte mit dem Nachlass seiner Kunstsammlung die Gründung des Museums ermöglicht. Das 19. Jahrhundert ist von daher mit Schmuckgarnituren und Möbeln gut in der Sammlung vertreten. Aber es gibt auch Möbel, Bildteppiche und Zeugnisse der Tisch- und Tafelkultur von der Gotik bis in die Gegenwart zu bewundern. Der Entwicklung der Keramikkunst und der Mode sind großzügige Räume vorbehalten. Wer über die große Treppe ins Hauptgeschoss geht, kann im Uhrzeigersinn die Chronologie der Epochen durchwandern.
Mit Sinn für dezente dramaturgische Effekte werden einzelne Objekte ins Licht gerückt. In der Renaissance-Abteilung fällt etwa der Unterschied zwischen der anmutigen Leichtigkeit venezianischer Gläser und den schwergewichtigen deutschen Gefäßen auf. Elegant wirken dagegen die Holzarbeiten, in denen der hohe Standard des deutschen Drechslerhandwerks offensichtlich wird. Detailgenau lässt sich die Entwicklung des Designs vom Jugendstil zum Bauhaus bis hin zu den kapriziösen Entwürfen der Postmoderne nachvollziehen. Der Jugendstilraum ist einer der Publikumsmagneten mit Gläsern von Gallé und Möbeln von van de Velde. Die Moderne darf sich in all ihrer schlichten Pracht präsentieren, etwa in einem Riemerschmid-Zimmer aus dem Jahre 1928, einem Aalto-Ensemble aus den Dreißigern, den Bauhaus-Möbeln von Marcel Breuer und Mies van der Rohe, und selbst den Mailänder Designern der „Memphis“-Gruppe ist eine umfangreiche Schau gewidmet.
Das Ziel der Design-Abteilung „Design und Kunst im Dialog“ ist eine ganzheitliche Sichtweise, in der die gesellschaftliche und künstlerische Dimension des Phänomens „Design“ ebenso beleuchtet wird wie seine industrielle und technische Bedeutung. Daneben gibt es stets aktuelle Ausstellungen; besonders beliebt sind Präsentationen zum Thema Mode. Wenn das Museumscafé bei schönem Wetter seine Tische im lauschigen Innenhof aufstellt, lässt sich hier wunderbar pausieren.
| Adresse: |
Museum für Angewandte Kunst (Köln)
An der Rechtschule
50667
Köln
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| Telefon: | +49 (0) 221 221 267 35 |
| Internet: | www.museenkoeln.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 11-17 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 4,20-6 €, erm. 2,60- 3,50 €. |