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Gustav-Lübcke-Museum (Hamm)

Ruhrgebiet

Eine Schenkung des Kunsthändlers Gustav Lübcke verhalf der Sammlung der Stadt Hamm 1917 zu überregionaler Bedeutung. Lübcke hatte europäisches und außereuropäisches Kunsthandwerk von der Frühgeschichte bis zum 19. Jahrhundert zusammengetragen. Die Bestände wurden in der Folgezeit um Werke des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart ergänzt. Von den Architekten Bo und Wohlert stammt der Bau mit der elegant geschwungenen Fassade und dem Säulengang, der 1993 eröffnet wurde und einen gelungenen städtebaulichen Akzent in der Umgebung setzt, die nicht gerade mit herausragender Architektur glänzt. Das Architekten-Duo hat den einzelnen Sammlungskomplexen Räume mit unterschiedlichen Höhen zugeordnet – ein Einfall, der optimale Präsentationsmöglichkeiten bietet und Besuchern den Eintritt in eine neue Abteilung signalisiert.

Ein Zugpferd des Gustav-Lübcke-Museums ist die Altägypten-Sammlung, in der Kleinplastiken Schmuck, Amulette, Mumienporträts und Götterstatuen Objekte aus dem Alltagsleben gegenüberstehen. Die Hauptattraktion, ein Sarg mit einer weiblichen Mumie, fiel einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg zum Opfer. Zu den herausragenden Objekten gehören heute zwei Mumiensärge; bemerkenswert ist auch die Sammlung koptischer Textilien.

Im Bereich der Vor- und Frühgeschichte wartet das Museum u.a. mit einem Baumsarg mit Skelettteilen auf, der 1958 bei Fundamentarbeiten an der katholischen Kirche in Rhynern entdeckt wurde und auf das Jahr 935 n. Chr. datiert wird. Griechische und römische Kunst sowie Stadt- und Regionalgeschichte bilden weitere Abteilungen des Gustav-Lübcke-Museums.

Das „Kinder- und Jugendmuseum“ zeigt eigene Ausstellungen. Akzente in der Abteilung für Angewandte Kunst, in der Keramik, Möbel, Glas, Metallarbeiten und Textilien vom Mittelalter bis zur Gegenwart gezeigt werden, setzt die Jugendstil-Sammlung mit einem Ensemble, das Heinrich Vogeler für den Hammer Unternehmer August Asbeck entworfen hat. Die beziehungsreichen Verbindungen zwischen Kunst, Handwerk und Industrie werden durch Namen wie Henry van de Velde, Peter Behrends und Richard Riemerschmidt repräsentiert. Die Bedeutung des Designs für die Gestaltung des Alltags wird anhand von Produkten verschiedener Designer aufgezeigt.

Die Gemäldesammlung setzt einen Schwerpunkt mit Künstlern, die Westfalen verbunden sind: Theo Brün, Hermann Stenner, Wilhelm Morgner, Eberhard Viegener, Adolf Erbslöh und Fritz Winter. Für die Nachkriegszeiten stehen Namen wie Thomas Grochowiak, Heinrich Siepmann und Emil Schumacher, die der Gruppe „junger westen“ angehörten. Die große Bedeutung, die die informelle Malerei in Deutschland erlangte, wird mit grandiosen Werken von Bernard Schultze, Hann Trier und einigen Zeitgenossen veranschaulicht. Zu den jüngsten Bereicherungen gehören die Schenkungen der Sammlung Lückerath mit 164 Werken führender Maler des deutschen Informel und der Nachlass von Hans Kaiser. Mit dem Erwerb aktueller Kunst wird diese Entwicklung fortgeschrieben.

Adresse: Gustav-Lübcke-Museum (Hamm) Neue Bahnhofstr.  9
59065   Hamm
Telefon: +49 (0) 2381 175704
Internet: www.hamm.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr und nach Vereinbarung.
Eintrittspreise: 2,50 €, erm. 1,30 €, erster Sonntag im Monat frei.
Führungen: Führungen zu den Sonderausstellungen nach Vereinbarung.
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