

Der Malerfürst Franz von Lenbach war ein vermögender Mann, und so ließ er sich Ende des 19. Jahrhunderts eine Villa im toskanischen Stil in unmittelbarer Nähe des Königsplatzes bauen. Seine Witwe Lolo von Lenbach verkaufte das Anwesen 1924 an die Stadt, zu einem sehr günstigen Preis und mit der Auflage, es als Ausstellungs- haus zu nutzen. Damit begann die Geschichte der städtischen Sammlung, und nach einigen Anbauten konnte 1929 die städtische Galerie eröffnet werden. Anfangs beschränkte man sich auf Münchner Maler des 19. Jahrhunderts wie Wilhelm Leibl, Carl Spitzweg und Wilhelm von Kobell, auch einige prächtig ausgestattete Wohnräume von Lenbach waren und sind noch zu besichtigen. 1957 dann bekam die Stadt den Nachlass von Gabriele Münter geschenkt – ein Glücksfall, denn dadurch kam München in den Besitz wertvoller Gemälde des „Blauen Reiters“ und vieler Bilder nicht nur Münters, sondern vor allem auch von Wassily Kandinsky, Franz Marc, Paul Klee und August Macke. Heute besitzt das Lenbachhaus die größte Kandinsky-Sammlung Deutschlands, wichtige Gemälde aus dem Kreis um den „Blauen Reiter“ und mit dem Kubin-Archiv zahlreiche bedeutende Zeichnungen.
Vor allem in den siebziger Jahren konzentrierte sich das Lenbachhaus unter seinem damaligen Leiter Armin Zweite auf den Erwerb von internationaler zeitgenössischer Kunst: Gerhard Richter, Anselm Kiefer, Rupprecht Geiger, Lucio Fontana und Andy Warhol sind seither ebenso vertreten wie Joseph Beuys. Der Ankauf von dessen berühmtem Environment „Zeige Deine Wunde“ führte 1979 gar zu einem handfesten Kunstskandal, der letztlich aber zugunsten der Kunst ausging: Die protestierenden CSU-Stadträte um den jungen Peter Gauweiler, die sich über den Kaufpreis erregt hatten, mussten klein beigeben.
Heute ist die Bedeutung des Lenbachhauses und seiner Sammlungen längst unumstritten. Sein derzeitiger Leiter Helmut Friedel verfügt seit 1994 auch noch über eine Dependance in unmittelbarer Nähe: den Kunstbau. Es handelt sich dabei um das Zwischengeschoss zwischen dem U-Bahnhof Königsplatz und der Oberfläche der Luisenstraße – eine fast 100 Meter lange, leicht gebogene Ausstellungshalle unter der Erde. Hier werden Wechsel- ausstellungen der klassischen und der zeitgenössischen Moderne gezeigt, und häufig nutzt man den Makel, hier kein natürliches Licht zu haben, ganz einfach für raffinierte Lichtinszenierungen aus.
Von März 2009 an muss die Villa für drei Jahre geschlossen werden, sie wird umfassend saniert nach Plänen des Londoner Stararchitekten Richard Foster. Zuvor aber gibt es noch eine kleine Sensation dort zu sehen: Die größte Kandinsky-Retrospektive bisher überhaupt, die gemeinsam mit dem Centre Pompidou und dem New Yorker Guggenheim-Museum gestaltet wird – zwei Häuser, die ebenfalls über bedeutende Kandinsky-Sammlungen verfügen.
| Adresse: |
Städtische Galerie im Lenbachhaus (München)
Luisenstr. 33
80333
München
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 89 23 33 20 00 |
| Internet: | www.lenbachhaus.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 10-18 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 5-10, erm. 2,50-5 €. |