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Kölnisches Stadtmuseum

Zeughaus
Kölnisches Stadtmuseum (Foto: Kölnisches Stadtmuseum)
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An die Reise mit einer Zeitmaschine kann man sich beim Besuch des Kölnischen Stadtmuseums erinnert fühlen. Schon von außen steht der dunkelrote Ziegelbau mit seinen Treppengiebeln und dem Spätrenaissanceportal in unübersehbarem Kontrast zu den gläsernen Verwaltungs- und Bankgebäuden, von denen es umgeben ist. Im Inneren des ehemaligen Zeughauses, mit dessen Bau als Waffenkammer 1594 begonnen wurde, führt der Weg aus der Gegenwart in umgekehrter Chronologie zurück ins Mittelalter.

Der Kampf um Unabhängigkeit von geistlichen und weltlichen Mächten ist ein durchgängiges Thema in der 2.000-jährigen Geschichte Kölns. Die Stadtgeschichte wird von Ausstellungsstücken flankiert, die vom Karneval über Zeugnisse aus der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus bis hin zum Stadtmodell reichen, das nach Arnold Mercators berühmtem Plan von 1571 das mittelalterliche Köln zeigt. Welch enorme Größe die Stadt im Inneren ihres ausgedehnten Mauergürtels besaß, der heute noch den Kern der Millionenmetropole ausmacht, kann man hier im Detail betrachten.

Koeln

Zu den Preziosen des Museums zählen das gotische Stadtsiegel aus dem 13. Jahrhundert und der Verbundbrief, der 1396 die Stadtverfassung der Zünfte definierte. Flankiert von Fahnen, Lanzen und Rüstungen führt die Reise durch die Zeiten wieder in die Gegenwart, wobei das Museum mit seinen etwa 5.000 Ausstellungsstücken nur einen Bruchteil der rund 200.000 zur Sammlung gehörenden Exponate zu zeigen vermag. In gesonderten Abteilungen kann die Entwicklung der Stadt in den Bereichen Rheinschifffahrt, Verkehr, Wissenschaft sowie ihrer großen religiösen Tradition rekonstruiert werden. Es fehlt nicht der Blick auf die Welt der Frauen, der Kinder und die besondere Präsenz des jüdischen Lebens in Köln. Von der großen jüdischen Gemeinde und ihrem intellektuellen und finanziellen Reichtum profitierte die Stadt bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Zugleich wird aber auch der Antisemitismus auf einer seltenen Reliefdarstellung, der so genannten „Judensau“, dokumentiert.

Eingekeilt zwischen dem Römerbrunnen an der Burgmauer und der preußischen Alten Wache finden die Besucher im Zeughaus kölsche Schicksals- und Mentalitätsgeschichte. Auf dem schlanken Turm des Hauses thront ein vergoldetes Ungetüm, das bei Kölns Touristen sehr beliebt ist. Mit dem Flügelauto, dessen Bergung sich nach einer Kunst- und Werbeaktion des Aktionskünstlers H. A. Schult im Jahre 1991 als zu kostspielig erwies, findet man hoch oben tatsächlich eine Maschinenskulptur, die auf eine Reise durch die Epochen verweist. Ein neues Ausstellungskonzept ist ebenso in Planung wie ein dringend benötigter Erweiterungsbau.

Adresse: Kölnisches Stadtmuseum Zeughausstraße  1
50667   Köln
Telefon: +49 (0) 221 221 24154
Internet: www.museenkoeln.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: Mi-So 10-17 Uhr, Di 10-20 Uhr.
Eintrittspreise: 4,20 €, erm. 2,60 €.

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