

Vom preußischen Kürassierhelm bis zum Fixerbesteck der Junkies im Bahnhofsviertel - das alles gehört zur Geschichte Frankfurts, die in diesem Haus dokumentiert ist. Für die Dauerausstellung hat man die Bestände des Museums regelrecht umgegraben. Dabei wurde die blank gewienerte Pickelhaube eines der preußischen Soldaten gefunden, die 1866 die Stadt besetzten. Auch die Totenmaske des damaligen Bürgermeisters Carl Fellner, der sich als „Märtyrer Altfrankfurter Freiheit“ ob der Schmach an einem Baum in seinem Garten erhängte. Diese historischen Stücke, aber auch Hinterlassenschaften der Hausbesetzer- und Steinewerfer-Zeit sowie Eintracht-Trikots und ein beim 4. Revier akquiriertes Fixerbesteck demonstrieren die Entwicklung der Geldmetropole, ihrer Glanz- und Schattenseiten. Natürlich wird auch gezeigt, dass die heute amerikanischste Stadt Europas, von Lästerzungen auch „Houston bei Offenbach“ genannt, als altes Franconofurd von einem Mauer- und Grabensystem umschlossen war. 887 fand hier die erste Königswahl statt.
Die Vergangenheit wird in klarer Gliederung offeriert, das Augenmerk liegt aber auf der Zeit der Gründerjahre, als ein selbstbewusstes Bürgertum den systematischen Ausbau zur Großstadt betrieb, als Oper, Fürstenhof, Börse, Senckenbergmuseum gebaut wurden und Kultur und Wissenschaft hier eine Heimstatt fanden. „Frankfurt unterm Hakenkreuz“ zeigt die Beschädigung des intakten Bürgerwesens. In der Abteilung „Europäisches Zentrum“ ist die Nachkriegszeit bis zur Gegenwart aufgearbeitet: Eine beispielhafte Stadtgeschichte. „Es will mer net in den Kopp enei, wie kann nur e Mensch net von Frankfurt sei“, grübelte einst der Lokaldichter Friedrich Stoltze.
| Adresse: |
Historisches Museum (Frankfurt a.M.)
Saalgasse 19
60311
Frankfurt a.M.
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| Telefon: | +49 (0) 69 2123 5599 |
| Internet: | www.historisches-museum.frankfurt.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di/Do-So 10-17, Mi 10-20 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 4 €, erm. 2 €. |