

Die Drohung hatte gewirkt: Als Laurenz Hetjens der Stadt Düsseldorf 1906 einen ansehnlichen Teil seines Vermögens und seine wertvolle Keramiksammlung zudachte, knüpfte er daran wohlweislich zwei Bedingungen: Erstens habe die Stadt mit dem Vermögen binnen Jahresfrist ein Museum zu errichten; zweitens müsse das Erbe innerhalb von zwei Monaten angenommen werden, sonst ließe er es dem benachbarten Köln zukommen. Da gaben die Stadtväter Gas: Schon nach knapp einem Monat war das „Hetjens-Museum“ in trockenen Tüchern. Hetjens’ Vorliebe galt dem rheinischen Steinzeug der Gotik, der Renaissance und des Barock. Er erwarb bedeutende Stücke im Kunsthandel, nahm selbst an Ausgrabungen teil und entwickelte sich zu einem anerkannten Experten, dessen Urteil selbst vom preußischen Kaiser eingeholt wurde.
Im „Palais Nesselrode“ in der Citadellstraße hat die Sammlung einen angemessenen Ausstellungsort gefunden. Dazu kam 1994 ein Erweiterungsbau, denn die ursprüngliche Kollektion mit ihren 2.000 Inventarnummern ist inzwischen auf das Zehnfache angewachsen. Weltweit ist dieses Museum das einzige Institut, das die universelle Keramikgeschichte von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, quer durch alle Kulturen und Epochen, sammelt und präsentiert. 8.000 Jahre Keramikgeschichte werden auf 8.500 Quadratmetern vor den Besuchern ausgebreitet; die Abteilungen sind nach Herstellungsregionen und keramischen Gattungen gegliedert. Das größte Objekt des Museums ist eine raumfüllende Halbkuppel, die um 1680 in Multan, dem heutigen Pakistan, entstand. Auch viele andere Exponate sind einzigartig. Dem Architekten Helmut Hentrich, der auch das Glasmuseum Hentrich begründet hat, verdankt das Museum ein Konvolut japanischer Keramik und wertvolle Stücke aus der Zeit des Jugendstils. Die zeitgenössische Keramikkunst wird in Wechselausstellungen vorgestellt.
| Adresse: |
Hetjens-Museum (Düsseldorf)
Schulstraße 4
40213
Düsseldorf
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 211 89 94210 |
| Internet: | www.duesseldorf.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di/Do-So 11-17, Mi 11-21 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 3 €, erm. 1,50 €, Familienkarte 6 €. |