

Im Jahre 1986 begann man mit der Sammeltätigkeit für ein Museum, das 14 Jahre später 230.000 Objekte sein Eigen nannte. Jeden Monat kommen bis zu 1.000 Gegenstände dazu. Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn kann sich nicht über Mangel an Material beklagen, denn offenbar nehmen die Deutschen intensiven Anteil an ihrer jüngsten Vergangenheit, auf die sich das Haus der Geschichte spezialisiert.
Die Jahrzehnte seit 1945 sind Thema der Ausstellungen. Man wollte sich damit vom Deutschen Historischen Museum in Berlin abgrenzen, das Geschichte seit dem Frühmittelalter untersucht. Es ist weniger der materielle Wert eines Gegenstandes, als vielmehr die Bedeutung und die Geschichten, die man mit ihm verbindet, woran die Kuratoren des Museums interessiert sind. Deshalb sind die Aktionen des Hauses auch genau so gut wie die Dichte des Interessenfeldes, die eine Ausstellung zu knüpfen vermag. Orientiert an den Bundestagswahlen spult sich ein roter Faden chronologisch durch 60 Jahre Nachkriegsgeschichte.
Manche Exponate streifen die Grenze zum historischen Fetisch, aber Originalität ist auch eine der Stärken des Hauses, das beträchtliche Besuchermassen anlockt. So kann man etwa jenen Mercedes 300 bewundern, in dem Konrad Adenauer 1955 während seiner Verhandlungen mit der sowjetischen Regierung von seinem Fahrer kreuz und quer durch Moskau chauffiert wurde. Die Ausstellungstätigkeit ist breit gefächert, man zeigt zum Beispiel Fotografien von Robert Lebeck, einem Klassiker des Fotojournalismus, oder informiert über die Spionagetätigkeit im geteilten Deutschland. Peinlich genau ist man darauf bedacht, dass beide Teile Deutschlands paritätisch in den Programmen des Hauses vertreten sind.
Wie interessant die Projekte des Hauses in ihrer Komplexität sind, zeigt etwa die Installation eines Eiscafés. Über den modischen Charme der Eisdiele findet sich der Schlüssel zum Lebensgefühl der Fünfzigerjahre. Im Thema ist aber auch der Zuzug der Gastarbeiter enthalten, die ein fester Bestandteil der bundesrepublikanischen Gesellschaft wurden. Nicht zuletzt gibt das Eis vom „Italiener“ einen Vorgeschmack auf die Urlaubsgewohnheiten der Deutschen, die als begeisterte Touristen den Erdball bereisen und dabei einen veränderten Blick auf die heimischen Verhältnisse gewinnen.
Einen Blick lohnt auch das Außengelände, wo der wechselnde Zeitgeschmack und geschichtliche Veränderungen anhand von Hausgärten aufgezeigt werden. In der kargen Nachkriegszeit ist der Selbstversorgergarten gefragt; in den 60er Jahren wird das Grün hinter dem Haus allmählich zum Prestigeobjekt; in den Achtzigern kehrt man zurück zum naturnahen Garten, in dem Waldblumen sprießen. Ergänzt wird diese Präsentation durch eine Ausstellung von Spielgeräten für den öffentlichen Raum.
| Adresse: |
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Bonn)
Willy-Brandt-Allee 14
53113
Bonn
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| Telefon: | +49 (0) 228 91 650 |
| Internet: | www.hdg.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 9-19 Uhr. |
| Eintrittspreise: | Frei. |