

Wer dieses Haus betritt, den beschleicht notgedrungen ein zwiespältiges Gefühl. Adolf Hitler ließ das „Haus der Deutschen Kunst“ zwischen 1933 und 1937 von seinem Lieblingsarchitekten Paul Ludwig Troost errichten: Hier fanden alljährlich die großen Ausstellungen der Nazi-Kunst statt.
In München aber ging man überwiegend pragmatisch mit der schlimmen Vergangenheit des Gebäudes um. Man nutzte es, um genau das zu zeigen, was die Nazis hier absolut nicht sehen wollten: Künstler der Moderne, die von den Erbauern des Hauses als „entartet“ gebrandmarkt worden waren. Neben der jährlichen „Großen Kunstausstellung“ der Münchner Künstlerverbände, gab es schon bald nach dem Krieg große Retrospektiven zu sehen und international bedeutende Wanderausstellungen, etwa zum Werk Max Beckmanns, Paul Cézannes oder Pablo Picassos. Im Westflügel des Hauses war lange Zeit auch die Staatsgalerie moderner Kunst untergebracht.
Anfang der neunziger Jahre erlebte das Haus der Kunst nach Jahren der Stagnation und sinkender Besucherzahlen mit dem Amtsantritt des neuen Leiters Christoph Vitali, der zuvor die Frankfurter Schirn geleitet hatte, eine neue Blüte. Er schaffte es binnen kurzem, das Haus wieder ins Gespräch zu bringen. Seit 2003 ist der Belgier Chris Dercon sein Nachfolger, und auch ihm ist es gelungen, das Haus der Kunst noch stärker als bisher in der Kunstszene der Stadt zu verankern. Natürlich bleibt es bei den großen, repräsentativen Ausstellungen der klassischen Moderne, der zeit- genössischen Gegenwartskunst und des Designs. Aber Dercon öffnete das Gebäude auch einem jüngeren Publikum – mit Nachtveranstaltungen und DJ-Parties, die thematisch zum Kunstprogramm passen.
| Adresse: |
Haus der Kunst (München)
Prinzregentenstr. 1
80538
München
|
|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 89 2112 7113 |
| Internet: | www.hausderkunst.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Fr-Mi 10-20, Do 10-22 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 7-8 €, erm. 5-6 €. |