

Überraschenderweise ist das Staatliche Museum ägyptischer Kunst eine der weniger bekannten Sammlungen Münchens. Das mag daran liegen, dass sie noch etwas unscheinbar in den Nebenräumen der Residenz untergebracht ist, aber das soll sich in einigen Jahren ändern. Denn der Freistaat möchte für das Museum ein eigenes, wesentlich geeigneteres und größeres Haus in der Nähe des Königsplatzes bauen. Das ist wohl angemessen, schließlich ist das Staatliche Museum das älteste seiner Art überhaupt: Schon Herzog Albrecht V. hatte antike Kunstwerke vom Nildelta in seiner Wunder- kammer versammelt, zahlreiche weitere wichtige Erwerbungen kamen später durch König Ludwig I. hinzu, der in seiner Glyptothek einen „Ägyptischen Saal“ einrichten ließ. Auch einige Privatsammler spendeten großmütig, nachdem der Freistaat 1960 beschlossen hatte, sämtliche Objekte in seinem Besitz zu einer eigenen Staatssammlung zusammenzuführen.
Heute ist das Münchner Museum weltweit das einzige, das sich auf die altägyptische Kunst und im Speziellen die Rundplastik konzentriert. Schon gleich in der Eingangshalle begegnet man farbigen Löwenreliefs aus dem Palast des Königs Assurnasirpals II., der 883-859 vor Christus regierte. Es folgen in leider stellenweise recht düsteren Räumen Keramikfunde aus dem Neolithikum, diverse frühe Grab- beigaben und auch eine Grabnische mit Scheintüre aus dem Alten Reich, 2200 vor Christus. Über das Mittlere und das Neue Reich führt der Rundgang weiter bis hin zu Stelen und Reliefs aus der Spätzeit und der griechisch-römischen Epoche. Ein Bronze-Krokodil, das im Mittleren Reich als Kultfigur diente, zieht die Blicke auf sich, ein klassischer Torso des Herrschers Amenemhet III. (um 1850 vor Christus), Sarkophage aus der frühen Ptolemäerzeit (um 300 vor Christus) oder auch das Gesichtsfragment einer Kolossal- statue des Echnaton. Die Sammlung lässt es freilich nicht bei den ägyptischen Originalen bewenden: So gibt es auch Beispiele für ägyptisierende Statuen aus dem Rom der Kaiserzeit und assyrische Monumentalreliefs, Kleinplastiken ägyptischer Kulte im Hellenismus und nicht zuletzt Gold- schmuck aus Nubien, der einst der Königin Amanishaheto gehört haben soll.
| Adresse: |
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst (München)
Hofgartenstraße 1
80333
München
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 89 29 85 46 |
| Internet: | www.aegyptisches-museum-muenchen.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-Fr 9-17, Di auch 19-21, Sa/So 10-17 Uhr. |
| Eintrittspreise: | Di-Sa 3,50 €, erm. 2 €, So 1 €. |