

Die 162 Mäzene, deren Namen in der Eingangsrotunde stehen, stimmen gleich auf das Kommende ein: Was in den folgenden Sälen hängt, ist höchste Kunst in rauen Mengen. Die Gemäldegalerie bietet 1.300 Bildwerke vom Feinsten. Allesamt Maler, die keinen Vornamen mehr nötig haben: Botticelli, Dürer, Cranach, Raffael, Brueghel, Velázquez, Vermeer und Poussin geben sich ein Stelldichein auf 7.000 Quadratmetern.
Bei so viel Auswahl findet jeder seine Mona Lisa: zum Beispiel die „Madonna in der Kirche“, die Jan van Eyck 1425 übergroß im Kleinformat verewigte. Oder Rembrandts „Mann mit dem Goldhelm“, der gar nicht von Rembrandt ist. Oder Caravaggios lüsterner Nackedei „Amor als Sieger“. Den Altarraum im kathedralenartigen Grundriss der Galerie hat Rembrandt fest im Griff. Mit 16 Gemälden – Originale wohlgemerkt – dominiert er die Präsentation, nur das Rijksmuseum in Amsterdam besitzt noch mehr Werke des großen Niederländers.
Wilhelm von Bode sorgte wie kein Zweiter für das Weltniveau der Galerie, die 1830 im Alten Museum eröffnet wurde. Als Direktor von 1890 bis 1929 konnte er in der Blütezeit des städtischen Mäzenatentums, das die Tafel am Eingang so eindrücklich repräsentiert, Meisterwerke der abendländischen Malerei vom 13. bis ins 18. Jahrhundert erwerben. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Sammlung zerschlagen. Ein Teil zerstört, ein Teil im Ostberliner Bode-Museum ausgestellt und der dritte Teil seit 1957 in Dahlem ausgelagert. Ein absurdes Szenario bot sich im Westen noch bis in die neunziger Jahre: Die wenigen Besucher verliefen sich täglich in den verschachtelten Räumen des Dahlemer Museumskomplexes und suchten die Giottos, Altdorfers, Tizians, Rubens’ und Gainsboroughs. Seit 1998 ist nun alles wieder vereint und wohlfeil geordnet.
Die Architekten Hilmer & Sattler entwarfen den Neubau an der südwestlichen Ecke des Kulturforums am Kemperplatz. Für 140 Millionen Euro entstand eine Pinakothek von Weltrang unweit der Neuen Nationalgalerie. Ein fast zwei Kilometer langer Rundgang führt durch 53 Säle und Kabinette. Eine digitale Galerie dient im Sockelgeschoss der zeitgemäßen Vertiefung in die Malereien vor dem Bildschirm. Sauber sind die Gemälde in der Hauptgalerie nach Entstehungsort, -zeit und zum Teil nach Gattungen sortiert. Die Altdeutschen, Flamen und Holländer werden vor schilfgrüner, weißgrauer und taubenblauer Seide serviert, die Südeuropäer jenseits der Säulenhalle vor Rosarot. Überhaupt sind die seidenbespannten Wände das Schönste, was die Innenausstattung zu bieten hat. Ihr edler Schimmer versetzt die Bilder in einen Schwebezustand, der die Räumlichkeit des Gemalten zauberhaft verstärkt.
| Adresse: |
Gemäldegalerie (Berlin)
Matthäikirchplatz 4
10785
Berlin
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| Telefon: | +49 (0) 30 266 3666 |
| Internet: | www.smb.spk-berlin.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di, Mi, Fr-So 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr, Mo geschlossen. |
| Eintrittspreise: | 8 €, erm. 4 €. |
| Führungen: | Führungen bitte erfragen unter Tel. 030 2 66 36 66 oder fuehrungen@smb.spk-berlin.de |
| Nahverkehr: | Bus:
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