

Die Welt- und Zeitreise findet täglich außer montags statt. Die graue Stadt neigt sich nach Südosten, kippt mit Südseeindianern einen „Kawa“ und fährt mit James Cook auf Balsabooten weit bis Fatu Hiva oder Tonga und weiter nach Siam. Wir folgen den Flüssen, die durch die Gossen von Jakarta strömen, und schweben mit den xylophonen Klängen der Gamelan über den Feldern von Bali und den Wäldern von Sumatra. Nun machen wir Mama Afrika unsere Aufwartung, wo Bronzereliefs und Terrakotta-Bildnisse von alten, hoch entwickelten Kulturen künden. Weiter geht’s nach Guatemala zu den Mayas, zwischen Chichén Itzá und Tenochtitlán streifen wir die Tolteken, sehen aztekische Götterfiguren aus Stein und Goldobjekte aus Kolumbien und Peru. Jemand tanzt das Ritual des Candomblé, das die Städte von Keto und Sabé verwandelte, und schon sind wir wieder im Museumsshop und brauchen einen neuen Film.
Das Ethnologische Museum (bis 1999 Museum für Völkerkunde) gehört zu den größten und bedeutendsten seiner Art: Nahezu 500.000 Objekte aus allen Erdteilen, ein großer Bestand an Tonaufnahmen, Fotodokumenten sowie Filmen, dazu eine wissenschaftliche Fachbibliothek mit 70.000 Monografien und 450 laufenden Fachzeitschriften lassen das Herz jedes Ethnologen höher schlagen. Auch für Freizeitethnologen ist reichlich sinnliches Futter vorhanden, besonders in Form der großen Bootshalle in der Dauerausstellung „Südsee“ zu Kulturen aus Ozeanien und Australien. Hier sind unterschiedlichste Wasserfahrzeuge vom einfachen Rindenkanu bis zu hochseetauglichen Kähnen ausgestellt, darunter auch ein begehbares Doppelrumpfboot der Tonga-Inseln. Es ist eine Rekonstruktion nach Skizzen von James Cook.
Doch natürlich ist das Museum keine Tourismusbörse. Es sammelt, bewahrt und erforscht vor allem die materiellen Kulturzeugnisse vorindustrieller Gesellschaften. Durch das systematische Erfassen von Zeugnissen überwiegend außereuropäischer Kulturen will man diese vor dem Vergessen bewahren. Es gibt Sammlungen zu Afrika, amerikanischer Archäologie, amerikanischer Ethnologie, Europa, islamischem Orient, Ost- und Nordasien, Süd- und Südostasien, Südsee und Australien sowie Musikethnologie. Die Afrika-Sammlung mit hervorragenden Werken aus fünf Jahrhunderten zählt zu den bedeutendsten der Welt.
| Adresse: |
Ethnologisches Museum (Berlin)
Lansstraße 8
14195
Berlin
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 30 8301 438 |
| Internet: | www.smb.spk-berlin.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen. |
| Eintrittspreise: | 8 €, erm. 4 €. |
| Führungen: | Führungen bitte erfragen unter Tel. 030 2 66 36 66 oder fuehrungen@smb.spk-berlin.de |
| Nahverkehr: | Bus:
U-Bahn:
U Dahlem-Dorf: U3 |