

Hier kann man die Jahrhunderte im Zeitraffer erleben, von der Ur- und Frühgeschichte im Laufschritt ins 20. Jahrhundert eilen; tief in die Dortmunder Stadtgeschichte eintauchen oder bei der Wohnkultur im 19. Jahrhundert verweilen – das Museum für Kunst und Kulturgeschichte bietet auf seinen vier Etagen jede Menge Interessantes für große und kleine Besucher.
Auch der Museumsbau selbst verkörpert ein Stück Architekturgeschichte: 1924 wurde der attraktive Art-Déco-Bau in direkter Bahnhofsnähe als Städtische Sparkasse errichtet und in den Jahren 1978-1983 für Museumszwecke umgebaut. Eine Neustrukturierung erfolgte dann Ende der neunziger Jahre. Die Entdeckung eines Schatzes von Dortmunder Münzen aus dem 15. Jahrhundert gab 1866 den Ausschlag dafür, die „Alterthümer unserer Stadt zu sammeln, wie sich das für eine große alte Stadt wohl ziemte“, wie man in einem Schreiben des Oberbürgermeisters an den Magistrat nachlesen kann. Bis sich die „Sammelstelle“ zu einem ausgewachsenen Museum entwickelte, verging freilich noch einige Zeit. Immerhin füllten die kunstgewerblichen, heimat- und volkskundlichen und archäologischen Sammlungen 1911 bereits die siebzig Säle des „Städtischen Kunst- und Gewerbemuseums der Stadt Dortmund“. Der reiche Bestand hat nach vielen Provisorien in dem denkmalwürdigen Gebäude, das den Krieg unbeschadet überstanden hatte, eine angemessene Umgebung gefunden, in dem die Exponate zur Stadtgeschichte und zur Volkskunde ebenso eine adäquate Präsentationsfläche haben wie die Sammlungen der Bildenden und Angewandten Kunst.
Zu den herausragenden Rauminszenierungen gehören das Raritätenkabinett der Renaissance, der rekonstruierte Fliesensaal aus einem Jagdschloss des 18. Jahrhunderts, die Apotheke und der Jugendstil-Damensalon. Weitere Glanzstücke der Sammlung sind das romanische Triumphkreuz, die gotischen Madonnen des Conrad von Soest und die Gemäldegalerie mit Werken bedeutender Maler des 18. und 19. Jahrhunderts. Eine Spezialität ist die Ausstellung zur Geschichte des Vermessungswesens, in der seltene geodätische Geräte präsentiert werden.
Eine Außenstelle des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte ist das Deutsche Kochbuchmuseum, das 1988 im Dortmunder Westfalenpark eröffnet wurde und zu dem auch ein Backhaus und ein Kräutergarten gehören. Es hat seinen Sitz in der Buschmühle, einem ehemaligen Ausflugslokal, wo jetzt eine Sammlung zur Kulturgeschichte des Kochens, Essens und Trinkens zu sehen ist. Im Mittelpunkt der Kochbuchsammlung stehen die Werke der legendären Henriette Davidis, die von 1856 bis 1886 in Dortmund gelebt hat und deren Rezepte schon seit längeren eine Renaissance erleben. Kochbücher waren im 19. Jahrhundert nicht nur Rezeptsammlungen, sondern zugleich praktische Ratgeber für den Haushalt. So sind die Kochbücher zugleich Geschichtsbücher, die Auskunft über das Bild der Familie und das weibliche Selbstverständnis und das gesellschaftliche Leben geben. Die Ausstellung vermittelt mit Exponaten wie Puppenküchen, Herden und anderem Kochgerät anschauliche Einblicke in das Leben der Frauen im 19. Jahrhundert und erinnert an Zeiten, in denen man noch keine Kalorien zählte.
| Adresse: |
Museum für Kunst und Kulturgeschichte (Dortmund)
Hansastr. 3
44137
Dortmund
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| Telefon: | +49 (0) 231 502 5522 |
| Internet: | www.mkk.dortmund.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di, Mi, Fr, So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa 12-17 Uhr, Mo geschlossen. |
| Eintrittspreise: | 3 €, erm. 1,50 €, samstags frei. |