

Am Eingang gibt es einen Blindenstock, man öffnet den Vorhang – und steht im schwarzen Nichts. Die Orientierung geschieht einzig mit Stock, Händen und Füßen, aber auch mit dem Gehör. So bekommen Besucher einen Eindruck davon, wie es in der Welt blinder Menschen aussieht. Die Führung dauert 45 Minuten, man folgt der Stimme des Guides – des einzigen Anwesenden, der wirklich blind ist –, irgendwann schaltet der visuelle Sinn ab und die Geräusche werden ohne Ablenkung wahrgenommen: Schleifende Schritte, Gelächter, Rufe und über allem Vogelgezwitscher vom Band.
Mitte der achtziger Jahre hatte der Frankfurter Rundfunkjournalist Andreas Heineke die Idee, einen Begegnungsort für Blinde und Sehende zu schaffen. In der eigenen Stadt wurde er damit nicht sehr ernst genommen, aber andere Städte griffen die Idee schnell auf – in mittlerweile 17 Ländern. Jetzt erst kommt die Idee auch am Main zum Tragen. Auf 2400 Quadratmetern entstand für rund eine Million Euro ein Museum, das das erste seiner Art überhaupt ist. „Das ist mehr als ein Dialog“, erkannte Frankfurts OB Petra Roth nach ihrem Rundgang. „Das ist ein Erkennen des Anderen.“ Zum Museum gehören eine Bar und ein Restaurant, in dem die Gäste im Dunkeln speisen. Serviert wird ein Menü, dessen Bestandteile nicht zu sehen sind. Tischsitten sind belanglos, wichtiger ist der Geschmackssinn. Was der Gast wirklich gegessen hat, sieht er sowieso erst nachher. Rund 70 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Schulklassen erklären immer neu, das sei ihr Lieblingsmuseum.
| Adresse: |
Dialogmuseum (Frankfurt a.M.)
Hanauer Landstraße 137
60314
Frankfurt a.M.
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 700 4455 6000 |
| Internet: | www.dialogmuseum.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-Fr 9-17, Sa/So 11-19 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 10 €, erm. 5-7 €, Familien 23 €. |