

Vergangenheit und Gegenwart zeigen sich nicht nur in den Exponaten des Deutschen Historischen Museums (DHM), sondern auch im Bau und in seinem Umfeld. Zwei berühmte Architekten legten hier Hand an. Schinkels Altes Museum und die Neue Wache befinden sich in direkter Nachbarschaft zum Museumsstandort hinter dem Zeughaus. Während Schinkel die Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts prägte, gestaltete der Walter-Gropius-Schüler Ieoh Ming Pei die des 20. Jahrhunderts. Der gefeierte chinesisch-amerikanische Architekt, dem der Pariser Louvre seine berühmte Pyramide verdankt, schuf die Ausstellungshalle für das Deutsche Historische Museum. Den dreieckigen Baukörper und das Zeughaus verbindet ein gebäudehohes Glasfoyer, aus dessen geschwungener Fassade sich ein gläserner Treppenturm windet. Die urbane Glaswand spiegelt die historischen Fassaden der umliegenden Bauten wider und gibt Einblick in die Besucherbewegung im Haus. Transparenz, Licht und Bewegung sind nämlich das Programm eines Gebäudes mit beeindruckenden Perspektiven und räumlichen Verschränkungen, die dem Besucher auf vier Ebenen immer wieder neue, überraschende Ausblicke auf die architektonische Nachbarschaft werfen lassen. Eine gelungene Korrespondenz zwischen den Bauwerken der Vergangenheit und der Gegenwart.
In diesem Umfeld findet ein Geschichtserleben deutscher Chronik der letzten tausend Jahre statt. Das Deutsche Historische Museum (DHM) stellt die Biografie Deutschlands durchaus kontrovers und kritisch aus. Zuvor hatte im Berliner Zeughaus von 1952 bis 1990 das vom ZK der SED gegründete „Museum für Deutsche Geschichte“ seinen Sitz hatte. Das Museums- und Ausstellungskonzept des DHM ist da natürlich viel pluralistischer und demokratischer. „Aufklärung“ und „Verständigung“ sind Zentralbegriffe der Zielsetzung: „Das Museum soll den Bürgern unseres Landes helfen, sich klar zu werden, wer sie als Deutsche und Europäer, als Bewohner einer Region und Angehörige einer weltweiten Zivilisation sind.“
Das ist ein hehrer und schöner Ansatz, vor allem wenn man bedenkt, dass das Zeughaus – übrigens das älteste Gebäude des Boulevards Unter den Linden – früher ganz anderen, nämlich kriegerischen Zwecken diente. Von 1731 bis 1876 nutzte das preußische Militär das Gebäude als Waffenarsenal. Schon im 18. Jahrhundert war es das größte Waffendepot Brandenburg-Preußens. Später wurde das Zeughaus zur „Ruhmeshalle der brandenburgisch-preußischen Armee“ umgebaut. Die Nazis nutzten den Lichthof später für Aufmärsche und Gedenkfeiern.
Mit dem Deutschen Historischen Museum geht es darin fraglos ziviler zu. In der Dauerausstellung werden Dokumente zur Geschichte in möglichst vielfältigen Beziehungen präsentiert, vor allem in ihrem europäischen Zusammenhang und ihrer regionalen Vielfalt. Um die Fülle des Exponat- und Informationsangebotes zu strukturieren, wurden acht Leitfragen erarbeitet: „Deutschland – Wo liegt es?“, „Die Deutschen – Was hielt sie zusammen?“, „Wer herrschte, wer gehorchte, wer leistete Widerstand?“, „Woran glaubten die Menschen, wie deuteten sie die Welt?“, „Wovon lebten die Leute?“, „Wer mit wem gegen wen? Konflikt und Kooperation in der Gesellschaft“, „Was führt zum Krieg, wie macht man Frieden?“ und „Wie verstehen die Deutschen sich selbst?“
| Adresse: |
Deutsches Historisches Museum (Berlin)
Unter den Linden 2
10117
Berlin
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 30 203040 |
| Internet: | www.dhm.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Mo-So 10.00 - 18.00 Uhr im Zeughaus. |
| Eintrittspreise: | 5 €, Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei. |
| Nahverkehr: | U-Bahn:
Bus:
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