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Deutsches Technikmuseum (Berlin)

DTMB
Deutsches Technikmuseum Berlin (Foto: Clemens Kirchner, DTMB)
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Das Foucaultsche Pendel. Da ist es also. Umberto Eco hat ihm einen Roman gewidmet. Nun steht es hier in der Eingangshalle und beweist allen Besuchern, dass sich die Erde dreht. Fröhliche Wissenschaft. Seit 1982 wächst an der Trebbiner Straße in Kreuzberg ein übergreifendes Technikmuseum von internationaler Bedeutung: das Deutsche Technikmuseum Berlin (ehemals Museum für Verkehr und Technik). Hier wird alles gesammelt, präsentiert und vorgeführt, was Physik, Industrie und Ingenieurwesen an Errungenschaften vor und nach Einstein hervorgebracht haben.

Dieses Museum ist wahrlich nichts für Technikmuffel. Mit dem Ruinengelände des Anhalter Güterbahnhofs hat das Deutsche Technikmuseum (DTM) ein ebenso traditionsreiches wie ideales Domizil. Das einstige Bahnbetriebsgelände mit zwei Ringlokschuppen und einem Fabrikgebäude macht das Deutsche Technikmuseum mit über 50.000 Quadratmetern potentieller Ausstellungsfläche zu einem der größten Technikmuseen der Welt. Dieses historische und restaurierte Gebäudeensemble ist zugleich das wertvollste Objekt des Museums.

Doch an Schätzen leidet es ohnehin keinen Mangel: Man sieht Oldtimer, Lokomotiven, Flugzeuge, Schiffs- und Wasserbaumodelle, Webstühle, Haushalts- und Werkzeugmaschinen, Computer, Radios und Kameras, Dieselmotoren, Dampfmaschinen, wissenschaftliche Instrumente, Papiermaschinen, Druckpressen, Windräder und -mühlen. Und viele davon funktionieren sogar! Etliche historische Maschinen und Modelle werden in Funktion gezeigt und erklärt. Die Besucher dürfen gerne selbst Hand anlegen und sich beispielsweise an Druck- oder Webmaschinen üben. Man kann auch Papier schöpfen, Getreide schroten, an Computern spielen oder im Fernsehstudio den Nachrichtensprecher mimen. Ein Spielplatz des industriellen Zeitalters.

Berlin

Und des Medien-Zeitalters gleich dazu. In das Eingangsgebäude fuhren zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch die Pferdewagen der Kristallstangen-Eisfabrik, was die erhaltene Pferdetreppe im Hinterhaus beweist. Nun riecht es hier leicht nach Maschinenöl, und Schulklassen tönen durch die offenen Geschosse. Im Foyer gibt es Lehrreiches zum Thema Rad und Rotation, stets erläutert am historischen Original: Neben dem brasilianischen Ochsenkarren liegt eine gleich große Düsenturbine, neben der kleinen Dampflok ragt ein Dieselmotor bis ins nächste Geschoss. In den oberen Stockwerken steht die Entwicklung von der Manufaktur zur Digitalisierung im Vordergrund. Ein historisches Glanzlicht ist ohne Frage der „Blockadensender“, den Telefunken 1949 für den RIAS baute. Auch ein Fernsehstudio von 1958 kann hier auf Sendung gehen. Sogar den Z1, den ersten Computer der Welt, 1936 von dem Berliner Konrad Zuse gebaut, kann man im Technikmuseum bewundern. Oder die letzte erhaltene Berliner Bockwindmühle von 1820.

Im „Spectrum Science Center“ (Eingang Möckernstr. 26) können Besucher Forscher spielen. Über 250 Experimente zu Physik, Technik und Wahrnehmung, zu Phänomenen der Akustik, Optik und Elektrizität, der Wärmelehre oder der Radioaktivität vermitteln spielerisch Grundlagen von Naturwissenschaft und Technik.

Muss man jetzt eigentlich noch erwähnen, dass ein Motto des Museums „Erleben und Begreifen“ ist? Das DTM versteht sich in der Tradition einer Vielzahl von Technikmuseen wie dem Reichspostmuseum oder der Deutschen Luftfahrtsammlung, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin beheimatet waren. Aber es ist längst mehr als die Summe seiner Vorläufer. Dazu trägt auch der weitläufige Museumspark bei. Hier wird der Einsatz regenerierbarer Energien demonstriert. Es gibt Windräder, eine Windmess-Station, eine Solaranlage, und am Mühlenteich betreibt ein unterschlächtiges Wasserrad eine historische Schmiede. In der funktionsfähigen Bockwindmühle und in einer Holländer-Windmühle von 1911 erklären Müller das Mahlen. Im alten Kühllagerhaus an der Rückseite der beiden Lokschuppen erfährt man alles über die Brautechnik um 1910: Dort befindet sich eine Historische Brauerei, deren Herzstück ein 15 hl Sudfass von 1909 ist. Übrigens zeigt sich das Deutsche Technikmuseum auch auf dem heutigen Stand der Technik: Ein integratives Leitsystem ermöglicht auch blinden und sehbehinderten Menschen den Besuch des Museumsparks. Fröhliche Wissenschaft eben.

Adresse: Deutsches Technikmuseum (Berlin) Trebbiner Str. 9
10963   Berlin
Telefon: +49 (0) 30 90 2540
Internet: www.dtmb.de(Externer Link)
Öffnungszeiten: Di-Fr 9-17.30 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr, Mo geschlossen.
Eintrittspreise: 4,50 €, erm./Kinder 2,50 €.
Nahverkehr:
Bus:
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