

Zu den wichtigsten Initiationsriten einer Münchner Kindheit gehört der erste Besuch im Deutschen Museum. Für die Eltern ist das eine leichte Übung, denn Kinder lieben es nun mal, wenn sie Knöpfchen drücken dürfen und sich dann etwas bewegt. Und dieses Prinzip wird in diesem Technik- museum konsequent verfolgt: So ist das Deutsche Museum eine Art Prototyp des Erlebnismuseums schlechthin geworden.
Eine andere Gestaltung wäre auch schwierig angesichts der gewaltigen Dimensionen dieses Hauses, das rund 55.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfasst und dessen Führungsrundweg gut 15 Kilometer lang ist. Museumsgründer Oskar von Miller wäre stolz auf das, was aus seiner kleinen, größtenteils zusammengebettelten Sammlung von Industrie- und Technikobjekten geworden ist. Mittlerweile sind 18.000 Exponate in 46 technischen und naturwissenschaftlichen Abteilungen ausgestellt, 60.000 weitere sind in Sammlungen untergebracht, die nach Voranmeldung genutzt werden können. Die Bibliothek ist die größte deutsche Spezial- sammlung zur Geschichte der Technik und Naturwissenschaften.
Alle wichtigen Bereiche der Technik und der Natur- wissenschaften werden in den einzelnen Abteilungen abgedeckt: von der Starkstromtechnik bis zur Raumfahrt, von der Teilchenkörperphysik bis zur Pharmazie. Und beinahe in jeder gibt es Exzeptionelles zu sehen: sei es das Original des ersten Motorwagens, der erste Dieselmotor bei den Automobilen oder die berühmten Magdeburger Halbkugeln in der Physikabteilung. Und vieles ist auch sehr spannend inszeniert: zum Beispiel die Bergbauabteilung, deren Rundgang durch nachgebildete, enge Stollen und Kavernen führt, auf dass man sich wie in einem richtigen Bergwerk fühle. Oder das Planetarium, das erst vor kurzem mit einem neuen, hochmodernen Projektorgerät ausgestattet wurde und nun nicht nur perfekt die Projektion des Sternenhimmels erlaubt, sondern auch die Simulation einer Reise durch unser Sonnensystem ermöglicht. Die Schifffahrtsabteilung, mit originalen Klippern und begehbaren U-Booten. Oder auch der 58 Meter hohe Turm des Museums mit seinem gewaltigen, über die volle Turmhöhe schwingenden Pendel, das angeblich Umberto Eco zu seinem Roman „Das Foucaultsche Pendel“ inspiriert haben soll. All diese Attraktionen und ihre gekonnte Inszenierung machen das Deutsche Museum zur beliebtesten Sammlung in München – jährlich kommen 1,4 Millionen Besucher hierher.
Vor zehn Jahren etwa musste man mit weiten Teilen der Flug- und Raumfahrtabteilung umziehen, hinaus vor die Tore der Stadt, in die „Flugwerft Schleißheim“. An die sechzig richtige Flugzeuge sind dort, auf einem der ältesten Flugplätze Deutschlands überhaupt, in einem Hangar auf 7.800 Quadratmetern untergebracht und zu besichtigen: vom historischen Doppeldecker bis zur Phantom, vom Hubschrauber bis zu Triebwerken und anderen Teilen der europäischen Ariane-Rakete. Und 2003 zog man dann auch noch mit den Abteilungen „Mobilität und Technik“, „Stadt- verkehr“ und „Reisen“ um, in drei große, denkmalgeschützte Hallen auf dem Gelände der ehemaligen Messe auf der Theresienhöhe. Die heißen jetzt „Verkehrszentrum Deutsches Museum“ und zeigen alles, was der Mensch in Sachen schnellere Fortbewegung zu Lande so erfunden hat, von der Kutsche und der Eisenbahn bis zum Formel 1-Rennwagen.
| Adresse: |
Deutsches Museum (München)
Museumsinsel 1
80538
München
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 89 21791 |
| Internet: | www.deutsches-museum.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Tgl. 9-17 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 8,50 €, erm. 3-7 €. |