

Kaffee und Leipzig sind eine Symbiose. Hier wird der Kaffee noch geröstet, gemahlen und aufgebrüht wie zu Lehmanns Zeiten. Johann Lehmann ist eine Leipziger Größe, bis 1697 betrieb er den ersten städtischen Kaffeeausschank am Markt. Kam August der Starke aus Dresden zur Messe, wurde er von Lehmann morgens mit einer heißen Schokolade erfreut. Deshalb ernannte ihn der Sachsenherrscher zum Königlich Sächsischen Hof-Chocolatier.
Dabei wollte der Mann mit Kaffee sein Geschäft machen. Das schaffte er dann auch: 1717 konnte er im Barfußgässchen ein Haus erwerben, das er zum Kaffeehaus umbauen ließ. Nebenbei heiratete er eine kaum 17-Jährige. Beides muss anstrengend gewesen sein, Lehmann verblich kurz darauf und hinterließ seiner 20-jährigen Witwe ein Kaffeehaus. Das bekam auch August mit, er soll ein Verhältnis mit der jungen Lehmann eingegangen sein. Daran erinnert die 1720 angebrachte Plastik mit dem kaffeeschlürfenden Türken. 23 Jahre führte die Witwe im barocken Outfit mit Haube und Schürze das Haus, verriet treuen Kunden „Kaffegeheimnisse“ und war wohl so eine Art Seelsorgerin im öffentlichen Raum. In Deutschlands ältestem, original erhaltenen Kaffeehaus wurde der Kaffeesachse kreiert. Das hatte durchschlagende Wirkung. Im Siebenjährigen Krieg sollen Sachsen in Preußens Diensten mit dem Satz „Ohne Goffee gönn’mr nich gämbbfen“ das Schlachtfeld verlassen haben. Der König war empört, aber machtlos.
Das Museum, in dem nach wie vor Kaffee ausgeschenkt wird, lädt ein zur charmant-kurzweiligen Zeitreise durch 300 Jahre Geschichte des braunen Muntermachers. Durch 16 liebevoll gestaltete Räume, entlang an historischen Utensilien und Speisekarten. Das Ganze ist eine ernste Sache, immerhin war es kein Geringerer als Bach („Ey, wie schmeckt der Coffee süße“), der die „Kaffekantate“ schrieb. Das war nur in Leipzig möglich, andernorts wusste man noch nichts vom leckeren „Türkentrank“. Auch Kaffee-Kochkurse und Vorträge gibt es im Museum. Da lernt man, warum die Leipziger zu dünn geratenen koffeinhaltigen Aufguss „Plempe“ oder „Lorke“ schimpfen. Für Zugereiste wird gar eine Kaffee- und Café-Tour angeboten.
| Adresse: |
Museum Zum Arabischen Coffee Baum (Leipzig)
Kleine Fleischergasse 4
04109
Leipzig
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| Telefon: | +49 (0) 0178 859 2199 |
| Internet: | www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Tgl. 11-19 Uhr. |
| Eintrittspreise: | Frei. |