

Indien – das klingt gleich exotisch. Ein Land der Träume und Projektionen, der Mythen und des Schreckens. Das Land der Maharadschas und Märchen hat von Goethe bis zu den Beatles viele Abendländler fasziniert. Ein Land zwischen unermesslicher Prunksucht und erbärmlicher Armut, voller Tradition und tief empfundener Spiritualität. Und ungefähr zehn Flugstunden von Deutschland entfernt.
Oder auch nur ein paar Ecken. Berlin-Dahlem-Dorf. Hier finden wir nicht nur Indien, gleich den ganzen Subkontinent und die angrenzenden Länder! Das ehemalige Museum für Indische Kunst, jetzt: Kunstsammlung Süd-, Südost- und Zentralasien zeigt nämlich neben Indischem auch Kunst und Kunsthandwerk aus Pakistan, Afghanistan, Sri Lanka, Nepal und Tibet. Bis tief nach Südostasien und Zentralasien reicht die Sammlung und vom zweiten Jahrhundert v. Chr. bis in die Gegenwart. Wandmalereien sind in Wände eingelassen, Skulpturen entsprechend ihrem natürlichen Standort in Nischen ein- und auf Sockeln ausgestellt. Die indische Kultur wird in einer Vielzahl von Objekten aus fast 3.000 Jahren, angefangen von Siegeln und Keramik-Exponaten aus prähistorischer Zeit und Skulpturen aus verschiedenen Epochen des Hinduismus bis zum Buddhismus mit nahezu lebensgroßen Buddha- und Bodhisattwaskulpturen vorgeführt. Auch die dritte in Indien entstandene Religion, der Jainismus, ist mit Kultbildnissen vertreten.
Weltberühmt ist das Museum aber durch seine „Turfan“- Sammlung, die das architektonische Zentrum der Ausstellung bildet. Benannt nach dem Zielort der ersten von vier königlich-preußischen Zentralasien-Expeditionen zeigt sie Wand- und Textilmalereien, Stoffbilder, Lehm- und Holzfiguren aus dem 2. bis 12. Jahrhundert. Eine nach ihren Originalmaßen rekonstruierte Kulthöhle mit mächtiger Kuppel und teilweise mit Originalbemalung ist Hauptattraktion des Museums. Nehru, der Gründungspremier der Nation, hat Indien einmal ein „Irrenhaus der Religionen“ genannt. Und tatsächlich begegnen einem im indo-asiatischen Museum viele Götter. Über die erfährt man nebenbei recht Erstaunliches: So soll der Hindu-Gott Krishna 16.000 (!) Freundinnen gehabt haben. Dagegen war Casanova doch ein Waisenknabe.
| Adresse: |
Museum für Asiatische Kunst (Berlin)
Lansstraße 8
14195
Berlin
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| Telefon: | +49 (0) 30 830 1382 |
| Internet: | www.smb.spk-berlin.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen. |
| Eintrittspreise: | Führungen bitte erfragen unter Tel. 030 2 66 36 66 oder fuehrungen@smb.spk-berlin.de |
| Führungen: | Führungen bitte erfragen unter Tel. 030 2 66 36 66 oder fuehrungen@smb.spk-berlin.de |
| Nahverkehr: | Bus:
U-Bahn:
U Dahlem-Dorf: U3 |