

Der 1856 vollendete Bahnhof Rolandseck bei Remagen ist ein klassizistisches Juwel, das als Museum und Kulturtreffpunkt zu neuen Ehren gekommen ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er nicht mehr bewirtschaftet und war dem Verfall preisgegeben. Kurz vor dem Abriss im Jahr 1964 entdeckte Johannes Wasmuth, der 1997 verstorbene Spiritus Rector des Bahnhofs, das Gebäude, was er bald darauf als Kunstzentrum etablierte. Prominente Musiker, bildende Künstler und Schriftsteller konnte der charismatische Impresario für Auftritte gewinnen.
Als die Privatinitiative in finanzielle Bedrängnis geriet, gründete das Land Rheinland-Pfalz 1973 die „Stiftung Bahnhof Rolandseck“, welche das Gebäude erwarb und die laufenden Kosten übernahm. Wasmuth hat der Stiftung seine private Kunstsammlung hinterlassen, die etwa 300 Exponate umfasst. Mit dem Sammeln hatte er schon als junger Mann begonnen, als er in Düsseldorfer Akademiekreisen verkehrte; später eröffnete er in Bad Godesberg eine Galerie. Wasmuth pflegte viele Künstlerfreundschaften; seine Sammlung bekam mit den Jahren einen musealen Anspruch und wird unter wechselnden Aspekten gezeigt.
Im Jahr 2001 wurde der Bahnhof restauriert, der heute als bedeutendstes Denkmal des frühen deutschen Eisenbahnbaus gilt. Die umlaufenden, gusseisernen Aussichtsplattformen sind markante Zeugnisse des rheinischen Eisenkunstgusses. Von dort aus kann man einen herrlichen Blick auf den Rhein genießen. Mit dem oberhalb des historischen Bahnhofs gelegenen Arp-Museum, das Star-Architekt Richard Meier entworfenen hat, gibt es nun eine weitere Attraktion. 33 Millionen Euro hat der Bau verschlungen, der auch zum Pilgerziel für Architekturfreunde geworden ist.
Der Zugang erfolgt durch den Bahnhof. Von hier geht man durch einen Tunnel, in dem Barbara Trautmanns Lichtschlange „Kaa“ Besuchern den Weg weist – zum Lift, der 40 Meter in die Höhe führt. In Meiers luftigem Bau mit seinen zwölf Meter hohen Wänden kann sich nicht nur die Kunst von Hans Arp und seiner Frau Sophie Taeuber-Arp entfalten. Für die Eröffnungsausstellung hatte der Gründungsdirektor Klaus Gallwitz neben Arbeiten des Namensgebers auch das voluminöse Frühwerk von Anselm Kiefer sowie Kunstwerke von Johannes Brus und Anton Henning zusammengetragen. Im Bahnhof wie im Neubau soll Arps Werk auch künftig in den Dialog mit zeitgenössischen Künstlern treten.
Die konkurrieren indes immer mit dem unvergleichlichen Ausblick auf Vater Rhein und das Siebengebirge. Die Eröffnung des Museums im September 2007 verlief nicht ganz störungsfrei – weil die Stiftung Arp-Museum, die ein großes Konvolut von Skulpturen eingebracht hat, einige Werke verkauft hatte. Daran entzündete sich eine erregte Diskussion über Gussrechte an, die bis heute andauert.
| Adresse: |
Stiftung Arp Museum / Bahnhof Rolandseck (Remagen)
Hans-Arp-Allee 1
53424
Remagen
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 2228 942 512 |
| Internet: | www.arpmuseum.org![]() |
| Öffnungszeiten: | Di-So 11-18 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 8 €, erm. 5 €, Bahnhof Rolandseck 4 €, erm. 2 €. |