

Hier wohnt die schönste Frau Berlins. Und die verführerischste Königin des Altertums ist ihre Nachbarin. Die Ägypterinnen Nofretete und Kleopatra sind im August 2005 ins Alte Museum gezogen, an einem Ort, wo Berlin eigentlich ein bisschen altes Rom spielt.
Nicht von ungefähr hat sich der Baumeister Karl Friedrich Schinkel beim Bau, dessen Herzstück eine von antiken Statuen geschmückte Rotunde ist, vom römischen Pantheon inspirieren lassen. 87 Meter breit ist der zweigeschossige Bau. Das Museum soll dem Studium des gesammelten Altertums und der freien Künste dienen. Lauter alte Römer und Griechen, genauer gesagt: deren Kunst und Skulpturen. Und nun also auch die Ägypter.
Dem „Asterix“-geschulten Antikenkenner ist der Zusammenhang sofort klar. Natürlich gehören Rom und Ägypten zusammen! Da ist es nur folgerichtig, dass nun, gut 2.000 Jahre später, die Sammlung des Ägyptischen Museums in eine ständige Ausstellung ins Haus am Lustgarten kommt, wo seit Jahren bereits die Kunst der Römer zu bestaunen ist. Neben Sarkophagen, Mosaiken, Vasen, Bronzefiguren und römisch-ägyptischen Mumienbildnissen gibt es auch einige Porträts von Caesar und Kleopatra zu sehen, dem wohl berühmtesten Liebespaar des Altertums.
Obwohl – die heiße Konkurrenz um diesem Titel ist ja auch mit eingezogen: Die geheimnisvolle Nofretete und ihr Gatte Echnaton. Die fünfzig Zentimeter hohe Statue der schönen Pharaonin gehörte schon am alten Standort des Ägyptischen Museums gegenüber vom Schloss Charlottenburg zu den Glanzstücken der Exponate. Alljährlich machten eine halbe Million Besucher der ansehnlichen Königin ihre Aufwartung. Die Schöne ist gekommen. So lautet ihr Name übersetzt. Nun, sie war zweifellos schön, auch nach unseren heutigen Maßstäben. Ihre berühmte Büste konserviert das wunderbar seit gut 3.300 Jahren für die Nachwelt. Wunderbar auch, weil sich deren Bemalung seit der Amarna-Zeit (um 1340 v. Chr.) ohne Restaurierung erhalten hat.
Im Alten Museum ist der kleinteilige Teil der königlichen Antikensammlung für die Öffentlichkeit untergebracht. Die Sammlung wuchs durch Grabungsfunde in Olympia, Pergamon, Samos, Milet, Priene und Didyma zu einer der bedeutendsten der Welt heran. Sie verteilt sich auch auf das Pergamonmuseum. Während dort die Monumentalbauten unterkamen, sind im Alten Museum vor allem antike Kleinode und zwei Schatzkammern zu besichtigen, darunter der Hildesheimer Silberschatz (Ende 1. Jahrhundert v. Chr.). Das Herzstück der Sammlung zeigt die Kunst der Etrusker, ein mittelitalienisches Volk, das vor dem Römischen Reich Italien regierte. Auch hier viele Kleinode, Fresken, Steinskulpturen und Vasen.
Mit den Ägyptern ist nun auch eine der bedeutendsten Sammlungen ägyptischer Hochkultur im Alten Museum einquartiert. Sie geht auf eine Empfehlung Alexander von Humboldts zurück und gehört, 1828 gegründet, zu den ältesten Abteilungen der ehemals königlichen Kunstsammlungen. Neben Nofretetes berühmter Büste gehört das Porträt der Königin Teje oder der nach seiner Gesteinsfarbe benannte „Berliner Grüne Kopf“ (500 v. Chr.) zu den Sammlungshighlights. Ein verwittertes Papyrus aus dem Jahre 31 vor Christus, das eine Randbemerkung mit der Handschrift Kleopatras enthält, ist ein weiteres Kleinod. Es ist die einzige weltweit bisher entdeckte handschriftliche Überlieferung der berühmten Pharaonin.
| Adresse: |
Altes Museum - Antikensammlung (Berlin)
Am Lustgarten 1
10178
Berlin
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|---|---|
| Telefon: | +49 (0) 30 2090 5201 |
| Internet: | www.museen-berlin.de![]() |
| Öffnungszeiten: | Mo-Mi 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr. |
| Eintrittspreise: | 8 €, erm. 4 €. |
| Führungen: | Führungen bitte erfragen unter Tel. 030 2 66 36 66 oder fuehrungen@smb.spk-berlin.de |
| Nahverkehr: | Bus:
Spandauer Str./Marienkirche: M48, TXL
S Hackescher Markt: N2, N40, N42, N5, N65, N8 Lustgarten: 100, 200, N2 Tram:
S-Bahn:
S Hackescher Markt: S3, S5, S7, S75 |